Fachanwalt für Verwaltungsrecht +1
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Ein Bescheid der Stadtverwaltung Mainz liegt im Briefkasten: Die Baugenehmigung wurde abgelehnt, das Gewerbeamt hat eine Gewerbeuntersagung ausgesprochen, die Fahrerlaubnisbehörde entzieht den Führerschein oder eine Prüfung an der Johannes Gutenberg-Universität wurde nicht anerkannt. Weil Mainz Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz ist, sitzen hier zudem zahlreiche Ministerien und Landesbehörden – beamtenrechtliche Streitigkeiten um Beförderung, Versetzung oder Dienstunfähigkeit gehören daher in Mainz zum Alltag im Verwaltungsrecht. In all diesen Fällen handelt es sich um einen Verwaltungsakt im Sinne von § 35 VwVfG, also eine hoheitliche Einzelfallregelung, gegen die Sie sich mit Rechtsbehelfen wehren können.
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Zuständig für Klagen aus dem Stadtgebiet ist das Verwaltungsgericht Mainz (Ernst-Ludwig-Str. 9, 55116 Mainz), das neben Mainz auch Worms sowie die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms abdeckt. Anders als etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen ist in Rheinland-Pfalz das Widerspruchsverfahren nach § 68 VwGO als Vorverfahren in der Regel noch erforderlich; über Widersprüche gegen Bescheide der Stadt Mainz entscheidet häufig der Stadtrechtsausschuss. Für Widerspruch und Anfechtungsklage gilt jeweils die Ein-Monats-Frist ab Bekanntgabe des Bescheids (§ 70, § 74 VwGO); nur wenn die Rechtsbehelfsbelehrung fehlt oder fehlerhaft ist, verlängert sich die Frist auf ein Jahr (§ 58 VwGO).
Vor dem Verwaltungsgericht Mainz besteht in erster Instanz kein Anwaltszwang – dennoch entscheidet oft die anwaltliche Vorarbeit: Bei sofort vollziehbaren Bescheiden wie einer Gewerbeuntersagung oder einem Baustopp muss der Eilantrag nach § 80 Abs. 5 VwGO sauber begründet sein, und schon der Auffangstreitwert von 5.000 € (§ 52 Abs. 2 GKG) zeigt, dass Fehler teuer werden. Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht kennt die Spruchpraxis des Verwaltungsgerichts Mainz und die Verwaltungspraxis der rheinland-pfälzischen Behörden.
Der nächste Schritt: Schildern Sie Ihren Fall über das Formular auf dieser Seite, nennen Sie das Datum der Bekanntgabe des Bescheids und halten Sie das Schreiben bereit. So kann eine Anwältin oder ein Anwalt für Verwaltungsrecht in Mainz die Frist prüfen und Ihnen einen konkreten Vorschlag zum weiteren Vorgehen machen.
So gehen Sie Ihr Anliegen strukturiert und effizient an.
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Schreiben ein Verwaltungsakt nach § 35 VwVfG ist – etwa ein Ablehnungsbescheid des Bauamts Mainz oder eine Anordnung der Landesbehörde. Notieren Sie das Datum des Zugangs: Ab Bekanntgabe läuft die Ein-Monats-Frist für Widerspruch (§ 70 VwGO) oder Klage (§ 74 VwGO). Enthält der Bescheid den Zusatz „sofortige Vollziehung“, bleibt Ihnen weniger Zeit, weil die aufschiebende Wirkung nach § 80 VwGO entfällt und ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Mainz nötig werden kann.
Legen Sie den vollständigen Bescheid samt Umschlag, das Anhörungsschreiben, Ihre bisherige Korrespondenz mit der Stadt Mainz oder der Landesbehörde sowie Antragsunterlagen zusammen. Bei Bauvorhaben gehören Lageplan und Bauzeichnungen dazu, bei Gewerbeuntersagungen Steuerbescheide und Gewinnermittlungen, bei Beamtenfragen die Ernennungsurkunde und Beurteilungen. Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt kann zudem Akteneinsicht beantragen – in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Mittel, um zu prüfen, ob die Behörde etwa einen Verwaltungsakt nach § 48 VwVfG zurücknehmen darf.
In der Erstberatung klärt die Anwältin oder der Anwalt, ob in Ihrem Fall das Widerspruchsverfahren nach § 68 VwGO vorgeschaltet ist – in Rheinland-Pfalz die Regel – oder ob direkt Klage zum Verwaltungsgericht Mainz erhoben wird. Zugleich wird geprüft, welche Klageart nach § 42 VwGO passt: die Anfechtungsklage gegen einen belastenden Bescheid oder die Verpflichtungsklage auf Erteilung einer abgelehnten Genehmigung. Für Verbraucher ist die Erstberatung nach § 34 RVG auf 190 € zzgl. USt gedeckelt.
Die Gebühren richten sich nach dem Streitwert. Ohne bezifferbaren Wert gilt der Auffangstreitwert von 5.000 € (§ 52 Abs. 2 GKG); bei einer Gewerbeuntersagung setzt das Verwaltungsgericht Mainz nach dem Streitwertkatalog mindestens 20.000 € an, bei einer Baunachbarklage 10.000 bis 20.000 €. Lassen Sie sich die Gerichtskosten und die RVG-Gebühren vor der Beauftragung vorrechnen und klären Sie mit Ihrer Rechtsschutzversicherung, ob Verwaltungsrecht im Vertrag eingeschlossen ist.
Nach der Beauftragung unterschreiben Sie eine Vollmacht und erhalten eine Vergütungsvereinbarung oder die Abrechnungsgrundlage nach RVG. Die Anwältin oder der Anwalt legt fristwahrend Widerspruch bei der Ausgangsbehörde ein oder reicht die Klage beim Verwaltungsgericht Mainz ein. Bei sofort vollziehbaren Bescheiden – etwa Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Stadt Mainz – wird parallel der Eilantrag nach § 80 Abs. 5 VwGO gestellt, damit der Bescheid bis zur Entscheidung nicht vollzogen wird.
Nach Klageeingang fordert das Verwaltungsgericht Mainz die Behördenakte an; die Behörde erwidert, Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt repliziert. Viele Verfahren enden nach einem Erörterungstermin durch Vergleich oder Abhilfe der Behörde, sonst folgt die mündliche Verhandlung und das Urteil. Erst für die zweite Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht gilt der Vertretungszwang nach § 67 VwGO – wer schon in Mainz anwaltlich vertreten war, hat dann eine durchgehende Prozessstrategie.
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Die Vergütung im Verwaltungsrecht richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem Gegenstandswert. Hat der Bescheid keinen bezifferbaren Wert – etwa bei einer Fahrerlaubnisentziehung – gilt vor dem Verwaltungsgericht Mainz der Auffangstreitwert von 5.000 € nach § 52 Abs. 2 GKG. Bei wirtschaftlich bedeutsamen Bescheiden orientiert sich das Gericht am Streitwertkatalog der Verwaltungsgerichtsbarkeit: Gewerbeuntersagung mindestens 20.000 €, Baunachbarklage 10.000 bis 20.000 €, beamtenrechtliche Statusstreitigkeiten nach den Bezügen (§ 52 Abs. 6 GKG). Im Widerspruchsverfahren fällt eine Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG an, die teilweise auf ein späteres Klageverfahren angerechnet wird.
| Leistung / Gegenstandswert | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Erstberatung für Verbraucher (§ 34 RVG) | maximal 190 € zzgl. USt |
| Widerspruchsverfahren, Auffangstreitwert 5.000 € (1,3 Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG) | ca. 500–600 € inkl. USt, teilweise auf die Klage anrechenbar |
| Klage vor dem Verwaltungsgericht Mainz, Streitwert 5.000 € (1,3 Verfahrens- + 1,2 Terminsgebühr) | Anwalt ca. 1.000–1.100 € inkl. USt; Gerichtskosten 511,50 € (3,0-Gebühr) |
| Eilantrag nach § 80 Abs. 5 VwGO | Streitwert regelmäßig die Hälfte der Hauptsache, Gebühren entsprechend niedriger |
| Gewerbeuntersagung (Streitwert mind. 20.000 €) oder Baunachbarklage (10.000–20.000 €) | Gerichts- und Anwaltsgebühren steigen stufenweise mit dem Streitwert; konkrete Berechnung nach RVG- und GKG-Tabelle im Erstgespräch |
Wer die Kosten nicht tragen kann, erhält für die außergerichtliche Beratung Beratungshilfe über das Amtsgericht Mainz und für das Klageverfahren Prozesskostenhilfe, über die das Verwaltungsgericht Mainz auf Antrag entscheidet – Voraussetzung sind geringe Einkünfte und hinreichende Erfolgsaussicht. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten nur, wenn der Baustein Verwaltungsrecht vereinbart ist; viele Policen schließen bestimmte Bereiche wie Baurecht aus. Wer vor dem Verwaltungsgericht gewinnt, erhält die notwendigen Kosten von der unterlegenen Behörde erstattet.
Anwaltsgebühren tragen 19 Prozent Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG); Gerichtskosten sind umsatzsteuerfrei (§ 12 Abs. 1 GKG). Genau nachrechnen können Sie im Anwaltskosten-Rechner.
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5 Anwältinnen und Anwälte für Verwaltungsrecht in Mainz, davon 5 Fachanwälte (100 %), 3 Kanzleien. Stand 04.10.2026. Quelle: Angaben der Kanzleien und Kanzlei-Websites; Fachanwaltstitel laut Amtlichem Anwaltsverzeichnis der BRAK.
Gezählt werden Kanzleiprofile auf anwaltvergleich.de und Basisprofile aus Angaben der Kanzlei-Websites und weiterer öffentlicher Quellen.
Im Umkreis von 50 Kilometern um Mainz hat noch keine Kanzlei für Verwaltungsrecht ein eigenes Profil bei uns; die gelisteten Basisprofile stehen unten. Schildern Sie Ihr Anliegen — wir prüfen, ob eine teilnehmende Kanzlei es übernehmen kann, unverbindlich und für Sie kostenfrei.
Basisprofil Angaben aus Kanzlei-Websites und weiteren öffentlichen Quellen, noch nicht von den Anwältinnen und Anwälten bestätigt.
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