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Verkehrsrecht in Stuttgart

Ein Bußgeldbescheid im Briefkasten, ein Unfall auf der B14 oder die Ankündigung der Fahrerlaubnisbehörde, den Führerschein einzuziehen: In Stuttgart mit seinen rund 633.484 Einwohnerinnen und Einwohnern gehören Verkehrsrechtsfälle zu den häufigsten Anlässen für ein Mandat. Wer täglich im dichten Kessel-Verkehr unterwegs ist, trifft schnell auf Messstellen, Rotlichtüberwachung oder Alkoholkontrollen. Eine Anwältin oder ein Anwalt für Verkehrsrecht in Stuttgart ordnet ein, ob sich Einspruch, Verteidigung oder Schadenersatzforderung lohnen.

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Verkehrsrecht — was Sie wissen sollten

Fundierte Informationen und praktische Tipps für Ihr Rechtsanliegen in Stuttgart.

Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Tatort oder dem Wohnsitz. Bußgeldsachen und verkehrsstrafrechtliche Verfahren nach § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs) oder § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) verhandelt in aller Regel das Amtsgericht Stuttgart in der Hauffstraße 5. Zivilrechtliche Streitigkeiten über Unfallschäden landen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro ebenfalls beim Amtsgericht; darüber ist seit dem 1.1.2026 nach § 23 Nr. 1 GVG das Landgericht Stuttgart in der Urbanstraße 20 zuständig. Bei einem Totalschaden an einem Mittelklassefahrzeug samt Nutzungsausfall und Wertminderung ist diese Grenze schneller erreicht, als viele erwarten.

Verkehrsrecht verbindet Ordnungswidrigkeitenrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht und Haftungsrecht. Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kennt die Messverfahren, die in Baden-Württemberg eingesetzt werden, weiß, wann Akteneinsicht in Messreihen und Eichscheine erfolgversprechend ist, und rechnet die Haftungsquote nach § 7 StVG und § 823 BGB gegen die Betriebsgefahr des eigenen Fahrzeugs auf.

Der nächste Schritt: Schildern Sie Ihren Fall über das Formular auf dieser Seite. Wichtig ist das Datum des Bescheids, denn die Einspruchsfrist beträgt nur zwei Wochen ab Zustellung.

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Schritt für Schritt

Verkehrsrecht — die ersten Schritte

So gehen Sie Ihr Anliegen strukturiert und effizient an.

1

Bescheid, Anhörungsbogen oder Unfallmeldung einordnen

Prüfen Sie zuerst, welche Art Post Sie erhalten haben. Ein Anhörungsbogen ist noch kein Bescheid, ein Bußgeldbescheid enthält dagegen eine Rechtsbehelfsbelehrung mit Zweiwochenfrist. Notieren Sie das Zustelldatum vom Umschlag. Bei einer Vorladung wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB droht zusätzlich die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 StGB. Machen Sie ohne anwaltlichen Rat keine Angaben zur Fahrereigenschaft.

2

Unterlagen für das Stuttgarter Mandat zusammenstellen

Sammeln Sie Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen komplett mit Umschlag, das Messfoto, den Fahrzeugschein, den Führerschein, die Punkteauskunft aus dem Fahreignungsregister in Flensburg sowie bei Unfällen die Unfallmitteilung, Fotos der Schadenstelle, Zeugendaten und das Aktenzeichen der aufnehmenden Polizeidienststelle. Bei Alkoholfahrten gehören Blutentnahmeprotokoll und Promillewert dazu, weil sich daran die spätere MPU-Anordnung entscheidet.

3

Erstberatung: Einspruch, Verteidigung oder Schadenersatz

In der Erstberatung klärt die Anwältin oder der Anwalt, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat, ob die Verfolgungsverjährung bei Ordnungswidrigkeiten nach drei Monaten bereits eingetreten ist und ob ein Fahrverbot durch Härtefallargumente abgewendet werden kann. Bei Unfallmandaten geht es um die Haftungsverteilung nach § 7 StVG: Die Halterhaftung greift verschuldensunabhängig, die Betriebsgefahr mindert oft auch bei fremdem Verschulden die Quote.

4

MPU-Anordnung und Fahrerlaubnisbehörde klären

Ab 1,6 Promille wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung regelmäßig angeordnet; nach einer einmaligen Fahrt kann das bereits ab 1,1 Promille gelten, wenn keine Ausfallerscheinungen dokumentiert sind (BVerwG, 17.03.2021, 3 C 3.20). Welche Begutachtungsstelle Sie beauftragen, wählen Sie selbst; die Zuständigkeit der Behörde richtet sich nach Ihrer Anschrift. In Stuttgart tätig sind unter anderem AVUS GmbH, IBBK GmbH, pima-mpu GmbH und TÜV SÜD Life Service GmbH.

5

Kosten und Vergütungsvereinbarung festlegen

Vor der Beauftragung wird geklärt, ob nach RVG oder nach Vergütungsvereinbarung abgerechnet wird. Bei Ordnungswidrigkeiten richtet sich die Gebühr nach der Höhe der Geldbuße, bei Unfallsachen nach dem Gegenstandswert aus Reparaturkosten, Wertminderung, Nutzungsausfall und Auslagen. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, holt die Kanzlei die Deckungszusage ein. Ein Erfolgshonorar ist nach § 49b Abs. 2 BRAO nur in eng begrenzten gesetzlichen Ausnahmefällen zulässig.

6

Mandat erteilen und Verfahren vor dem Amtsgericht Stuttgart

Mit Vollmacht legt die Kanzlei Einspruch ein und beantragt Akteneinsicht bei der Bußgeldstelle, inklusive Messprotokoll, Eichschein und Schulungsnachweis. Gibt die Behörde nicht nach, geht die Sache an das Amtsgericht Stuttgart. Bei Zivilklagen wegen Unfallschäden entscheidet der Streitwert über Amtsgericht oder Landgericht Stuttgart. Sie werden über jeden Verfahrensschritt informiert und erfahren rechtzeitig, ob persönliches Erscheinen angeordnet ist.

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Zuständige Gerichte

  • Amtsgericht Stuttgart, Hauffstraße 5, 70190 Stuttgart
  • Landgericht Stuttgart, Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart

Angaben aus den Justizportalen der Länder, zuletzt geprüft am 06.06.2026.

Begutachtungsstellen für Fahreignung in Stuttgart

Diese Stellen sind amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (Anlage 14 FeV) und führen die medizinisch-psychologische Untersuchung durch. Welche Stelle Sie beauftragen, wählen Sie selbst — die Fahrerlaubnisbehörde gibt keine vor. Das Gutachten geht an Sie; erst Sie entscheiden, ob Sie es der Behörde vorlegen.

  • AVUS GmbH Seelbergstraße 14, 70372 Stuttgart, Telefon 0711 / 5208903 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
  • IBBK GmbH Königstraße 4, 70173 Stuttgart, Telefon 0711 / 9978855 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
  • pima-mpu GmbH Königstraße 20, 70173 Stuttgart, Telefon 0711 / 6744009 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
  • TÜV SÜD Life Service GmbH Friedrichstraße 9a, 70174 Stuttgart, Telefon 0711 / 9071180 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

Verzeichnis der amtlich anerkannten Begutachtungsstellen (bast.de), geprüft am 15.08.2026.

Transparenz

Detaillierte Kostenübersicht

Alle Kosten im Detail — damit Sie genau wissen, womit Sie rechnen können.

Die Vergütung folgt dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). In Zivilsachen — etwa der Unfallregulierung — bestimmt der Gegenstandswert die Gebühr: Reparaturkosten, merkantile Wertminderung, Nutzungsausfall, Abschleppkosten und Auslagenpauschale werden addiert. In Bußgeld- und Verkehrsstrafsachen gelten dagegen Rahmengebühren, die sich unter anderem nach Umfang, Schwierigkeit und Bedeutung der Sache richten. Die Erstberatung für Verbraucherinnen und Verbraucher ist nach § 34 RVG gesetzlich gedeckelt; darüber hinaus ist eine Vergütungsvereinbarung möglich, die vor Mandatsbeginn in Textform geschlossen wird.

Leistung / GegenstandswertKosten (ca.)
Erstberatung Verbraucher (§ 34 RVG)gesetzlich gedeckelt, Höhe vorab abstimmen
Außergerichtliche Vertretung Zivilsache (Geschäftsgebühr nach Gegenstandswert)nach RVG-Tabelle, zzgl. Auslagen und Umsatzsteuer
Bußgeldverfahren vor der Behörde (Rahmengebühr)nach Umfang und Bedeutung, zzgl. Auslagen
Gerichtliches Verfahren Amtsgericht Stuttgart (Streitwert bis 10.000 Euro)Verfahrens- und Terminsgebühr nach RVG, zzgl. Gerichtskosten
Gerichtliches Verfahren Landgericht Stuttgart (Streitwert über 10.000 Euro)Verfahrens- und Terminsgebühr nach RVG, Anwaltszwang

Wer die Kosten nicht tragen kann, erhält für die außergerichtliche Beratung Beratungshilfe über das Amtsgericht Stuttgart und für das gerichtliche Verfahren Prozesskostenhilfe; im Bußgeldverfahren kommt statt Prozesskostenhilfe eine Beiordnung in Betracht. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt sie regelmäßig Anwalts- und Gerichtskosten abzüglich Selbstbeteiligung — die Deckungszusage holt die Kanzlei vor Tätigkeitsbeginn ein. Im Unfallmandat trägt bei klarer Haftung die gegnerische Haftpflichtversicherung die erforderlichen Anwaltskosten als Teil des Schadens.

Anwaltsgebühren tragen 19 Prozent Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG); Gerichtskosten sind umsatzsteuerfrei (§ 12 Abs. 1 GKG). Genau nachrechnen können Sie im Anwaltskosten-Rechner.

Vorbereitung

Checkliste: Was Sie brauchen

Klicken Sie die Punkte ab, die Sie bereits erledigt haben.

  • Zustelldatum sichern: Heben Sie den Briefumschlag des Bußgeldbescheids auf. Die Einspruchsfrist von zwei Wochen läuft ab Zustellung, nicht ab dem Datum auf dem Bescheid.
  • Verjährung prüfen: Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr verjähren grundsätzlich nach drei Monaten. Notieren Sie Tattag und Datum jeder behördlichen Post, damit sich Unterbrechungen nachvollziehen lassen.
  • Keine voreiligen Angaben: Zur Sache und zur Fahrereigenschaft müssen Sie nichts sagen. Pflicht sind allein Angaben zur Person.
  • Messfoto und Bescheid vollständig: Bringen Sie alle Seiten mit, auch die Rückseite mit Messgerätetyp und Toleranzabzug — daraus ergibt sich, ob Akteneinsicht in Eichschein und Messreihe sinnvoll ist.
  • Punktestand abfragen: Die kostenfreie Auskunft aus dem Fahreignungsregister in Flensburg zeigt, ob mit dem neuen Eintrag die Schwelle zum Entzug der Fahrerlaubnis erreicht wird.
  • Berufliche Folgen dokumentieren: Wer als Pendlerin oder Pendler aus dem Umland in den Stuttgarter Kessel fährt oder beruflich auf das Fahrzeug angewiesen ist, sollte Arbeitgeberbescheinigung und Schichtplan mitbringen — das stützt den Antrag gegen ein Fahrverbot.
  • Unfallunterlagen komplett: Polizeiliches Aktenzeichen, Fotos, Zeugendaten und ein Kostenvoranschlag oder Sachverständigengutachten gehören zusammen. Sie bilden die Grundlage für die Haftungsquote nach § 7 StVG und § 823 BGB.
  • Alkohol- und Drogenwerte: Blutentnahmeprotokoll und gemessener Promillewert sind entscheidend, weil ab 1,6 Promille regelmäßig eine MPU folgt — nach einmaliger Fahrt ohne Ausfallerscheinungen teils schon ab 1,1 Promille.
  • Rechtsschutz klären: Halten Sie Versicherungsschein und Nummer bereit. Verkehrsrechtsschutz deckt Bußgeldsachen und Verkehrsstrafverfahren oft mit ab, Vorsatzdelikte dagegen meist nicht.
  • Streitwert einschätzen: Rechnen Sie Reparaturkosten, Wertminderung, Nutzungsausfall und Auslagen zusammen. Ab 10.000 Euro ist statt des Amtsgerichts das Landgericht Stuttgart zuständig, dort besteht Anwaltszwang.
Häufige Fragen

FAQ zu Verkehrsrecht

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Ihr Rechtsanliegen.

Was kostet die Erstberatung bei einer Anwältin oder einem Anwalt für Verkehrsrecht in Stuttgart?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Erstberatung nach § 34 RVG gesetzlich der Höhe nach begrenzt. Die konkrete Summe vereinbaren Sie vorab, häufig in Form einer Vergütungsvereinbarung in Textform. Wird daraus ein Mandat, wird die Beratungsgebühr in der Regel auf die spätere Geschäftsgebühr angerechnet. Wer die Kosten nicht aufbringen kann, beantragt Beratungshilfe beim Amtsgericht Stuttgart. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, deckt sie die Beratung meist bereits ab.
Was passiert, nachdem ich die Anfrage über das Formular gesendet habe?
Ihre Schilderung geht an Verkehrsrechtsanwältinnen und Verkehrsrechtsanwälte in Stuttgart, die zu Ihrem Anliegen passen. Sie erhalten eine Rückmeldung mit einer ersten Einordnung und einem Terminvorschlag. Nennen Sie in der Anfrage unbedingt das Zustelldatum des Bescheids: Die Einspruchsfrist beträgt zwei Wochen, und die Verfolgungsverjährung bei Ordnungswidrigkeiten tritt grundsätzlich nach drei Monaten ein. Beim ersten Gespräch entscheiden Sie, ob Sie das Mandat erteilen — vorher entstehen Ihnen keine Verpflichtungen.
Welche Fristen sind im Verkehrsrecht besonders kritisch?
Gegen einen Bußgeldbescheid müssen Sie binnen zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen, sonst wird er rechtskräftig. Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr verjähren grundsätzlich nach drei Monaten, wobei behördliche Maßnahmen wie der Anhörungsbogen die Verjährung unterbrechen. Gegen ein Urteil des Amtsgerichts Stuttgart läuft die Rechtsmittelfrist ab Verkündung oder Zustellung. Wird die Fahrerlaubnis nach § 69 StGB entzogen, ist die Sperrfrist zu beachten. Fristversäumnisse lassen sich nur ausnahmsweise über Wiedereinsetzung heilen.
Welches Gericht ist in Stuttgart für meinen Verkehrsrechtsfall zuständig?
Bußgeldsachen und Verkehrsstrafverfahren, etwa nach § 315c StGB oder § 316 StGB, verhandelt das Amtsgericht Stuttgart in der Hauffstraße 5. Zivilrechtliche Streitigkeiten aus einem Unfall gehen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro ebenfalls an das Amtsgericht; seit dem 1.1.2026 ist darüber nach § 23 Nr. 1 GVG das Landgericht Stuttgart in der Urbanstraße 20 zuständig, dort mit Anwaltszwang. Streit über eine Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Behörde gehört dagegen vor das Verwaltungsgericht.
Zahlt meine Rechtsschutzversicherung den Verkehrsrechtsanwalt in Stuttgart?
Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt regelmäßig Anwalts- und Gerichtskosten in Bußgeldsachen, Verkehrsstrafverfahren und bei der Durchsetzung von Schadenersatz nach § 7 StVG oder § 823 BGB, abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung. Vorsatzdelikte sind meist ausgeschlossen; wird das Verfahren später auf Fahrlässigkeit reduziert, kann rückwirkend Deckung entstehen. Die Kanzlei holt vor Tätigkeitsbeginn die Deckungszusage ein. Halten Sie Versicherungsschein, Nummer und das Datum des Bescheids bereit — ohne Deckung kommen Beratungs- oder Prozesskostenhilfe in Betracht.
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Wohin darf die Antwort gehen?

Die Kanzlei meldet sich telefonisch zu Ihrer Anfrage. Ihre Nummer geht nur an die Kanzlei, die Ihre Anfrage bearbeitet. AnwaltVergleich selbst ruft Sie nicht an.

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