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Strafrecht in Karlsruhe
Eine Vorladung der Polizei, eine Durchsuchung der eigenen Wohnung oder ein Strafbefehl im Briefkasten: Wer in Karlsruhe mit einem strafrechtlichen Vorwurf konfrontiert wird, muss innerhalb weniger Tage reagieren. Für den Großteil der Verfahren ist das Amtsgericht Karlsruhe am Schlossplatz 23 zuständig, wo Strafrichterin oder Strafrichter und das für die Bezirke Karlsruhe, Karlsruhe-Durlach und Ettlingen zuständige Schöffengericht über die Anklagen der Staatsanwaltschaft verhandeln. Für die östlichen Stadtteile Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Palmbach, Stupferich und Wolfartsweier ist in Strafrichtersachen dagegen das Amtsgericht Karlsruhe-Durlach zuständig. Der wichtigste Grundsatz vorab: Das Aussageverweigerungsrecht nach § 136 StPO erlaubt es Ihnen, zum Vorwurf zu schweigen; vollständiges Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden, bei nur teilweisen Angaben kann das Gericht das Gesagte dagegen würdigen.
Strafrecht — was Sie wissen sollten
Fundierte Informationen und praktische Tipps für Ihr Rechtsanliegen in Karlsruhe.
Geladen wird nach § 163a StPO — die Vorschrift verpflichtet die Ermittlungsbehörden, Sie vor Abschluss der Ermittlungen anzuhören, verpflichtet Sie aber nicht dazu, bei der Polizei auszusagen. Die Vorwürfe reichen von der Körperverletzung nach § 223 StGB über den Diebstahl nach § 242 StGB bis zum Betrug nach § 263 StGB. Schwerere Delikte sowie Berufungen gegen Urteile des Amtsgerichts werden vor den Strafkammern des Landgerichts Karlsruhe in der Hans-Thoma-Straße 7 verhandelt; über die Revision gegen Berufungsurteile der Strafkammern entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe in der Hoffstraße 10, über die Revision gegen erstinstanzliche Urteile des Landgerichts der Bundesgerichtshof.
In einer Stadt mit rund 309.247 Einwohnerinnen und Einwohnern arbeiten Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten — von Verkehrsstrafsachen bis zu Wirtschaftsdelikten. Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Strafrecht hat besondere praktische Erfahrung aus Ermittlungsverfahren und Hauptverhandlungen sowie einen Fachlehrgang nachgewiesen (§§ 2 bis 5 FAO). Der erste Verteidigungsschritt ist fast immer die Akteneinsicht nach § 147 StPO: Ohne Kenntnis der Ermittlungsakte lässt sich keine Einlassung sinnvoll planen.
Über das Formular auf dieser Seite können Sie Ihr Anliegen schildern; eine Rückmeldung oder ein Termin ist damit nicht zugesagt. Nennen Sie dabei Aktenzeichen, Behörde und alle Fristen — bei einem Strafbefehl des Amtsgerichts Karlsruhe läuft die Einspruchsfrist von zwei Wochen ab Zustellung.
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Strafrecht — die ersten Schritte
So gehen Sie Ihr Anliegen strukturiert und effizient an.
Verfahrensstand einordnen
Klären Sie zuerst, wo Ihr Verfahren steht: Ermittlungsverfahren nach einer Vorladung, Anklage zum Amtsgericht Karlsruhe, Strafbefehl oder bereits ergangenes Urteil mit Berufung zum Landgericht Karlsruhe. Davon hängt alles Weitere ab. Notieren Sie Aktenzeichen, ermittelnde Dienststelle und Zustellungsdatum. Solange der Verfahrensstand unklar ist, sollten Sie keine Angaben zur Sache machen: Nach § 136 Abs. 1 StPO steht es Ihnen frei, sich nicht zur Sache zu äußern; Angaben zu Ihrer Person müssen Sie dagegen machen (§ 163b StPO, § 111 OWiG). Sprechen Sie auch außerhalb von Vernehmungen nicht mit möglichen Zeuginnen und Zeugen über den Vorwurf.
Unterlagen und Fristen sammeln
Legen Sie den Briefumschlag mit Zustellungsvermerk, die Vorladung, den Strafbefehl, Durchsuchungs- oder Beschlagnahmeprotokolle und mögliche Zeugenkontakte zusammen. Der Umschlag ist kein Nebenschauplatz: Er belegt den Fristbeginn für den Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Karlsruhe, der binnen zwei Wochen eingelegt werden muss. Halten Sie außerdem fest, was Sie gegenüber Beamtinnen und Beamten bereits gesagt haben.
Erstgespräch führen
Im Erstgespräch geht es nicht um eine Rechtsvorlesung, sondern um die Einschätzung: Wie belastbar sind die Beweise, kommt eine Einstellung in Betracht, droht ein Eintrag ins Führungszeugnis? Schildern Sie den Sachverhalt vollständig, auch belastende Punkte. Eine Strafverteidigerin oder ein Strafverteidiger in Karlsruhe wird zunächst Akteneinsicht nach § 147 StPO beantragen, bevor über eine Einlassung gegenüber der Staatsanwaltschaft entschieden wird.
Kosten und Kostenträger klären
Besprechen Sie vor der Beauftragung, ob nach dem gesetzlichen Gebührenrahmen des RVG oder auf Grundlage einer Honorarvereinbarung abgerechnet wird, und wer die Kosten trägt. Prüfen Sie eine bestehende Straf-Rechtsschutzversicherung und lassen Sie klären, ob bei Ihrem Vorwurf eine Pflichtverteidigung nach § 140 StPO in Betracht kommt. Lassen Sie sich die Vergütungsvereinbarung schriftlich geben, bevor Sie unterschreiben.
Mandat erteilen
Mit der Strafprozessvollmacht kann sich die Verteidigung gegenüber der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht Karlsruhe legitimieren, Akteneinsicht nehmen und Fristen wahren. Ab diesem Zeitpunkt läuft die Kommunikation mit den Ermittlungsbehörden über die Kanzlei — auch Ihre Angehörigen sollten keine eigenen Erklärungen abgeben. Bei Haftsachen oder anstehenden Vernehmungsterminen sollte die Vollmacht noch am selben Tag erteilt werden.
Verfahren begleiten
Nach der Akteneinsicht steht die Strategie: Einstellung nach §§ 153, 153a StPO, Einspruch gegen den Strafbefehl, Freispruchverteidigung oder eine Verständigung. Verhandelt wird je nach Straferwartung vor der Strafrichterin oder dem Schöffengericht des Amtsgerichts Karlsruhe, in schweren Fällen vor einer Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe. Gegen Berufungsurteile bleibt die Revision zum Oberlandesgericht Karlsruhe.
Ihre Vorteile auf einen Blick
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Passenden Anwalt findenZuständige Gerichte
- Amtsgericht Karlsruhe, Schlossplatz 23, 76125 Karlsruhe
- Landgericht Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 7, 76133 Karlsruhe
- Oberlandesgericht Karlsruhe, Hoffstraße 10, 76133 Karlsruhe
Angaben aus den Justizportalen der Länder, Stand der Angaben: 06.06.2026.
Quellen dieser Seite
- Gesetze
- Paragrafen im Text führen auf gesetze-im-internet.de, das Gesetzesportal des Bundesministeriums der Justiz.
- Gerichte
- Amtsgericht Karlsruhe, Landgericht Karlsruhe, Oberlandesgericht Karlsruhe. Weitere Gerichte: Justizportal Baden-Württemberg. Stand der Angaben: 06.06.2026.
- Kosten
- Gebührentabellen: RVG, Anlage 2 (Anwaltsgebühren) und GKG, Anlage 2 (Gerichtsgebühren).
- Einwohnerzahl
- Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, Bevölkerungsstand 31.12.2025.
- Anwältinnen und Anwälte
- Angaben der Kanzleien und ihrer Websites; Fachanwaltstitel laut Amtlichem Anwaltsverzeichnis der BRAK.
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Detaillierte Kostenübersicht
Alle Kosten im Detail — damit Sie genau wissen, womit Sie rechnen können.
Im Strafrecht wird anders abgerechnet als im Zivilrecht: Statt eines Gegenstandswerts sieht das RVG Betragsrahmengebühren vor, deren Höhe die Verteidigung im Einzelfall nach § 14 RVG bestimmt — maßgeblich sind Umfang und Schwierigkeit der Sache, die Bedeutung für Sie und Ihre Einkommensverhältnisse. Jeder Verfahrensabschnitt löst eigene Gebühren aus, Hauptverhandlungstage am Amtsgericht Karlsruhe zählen einzeln. Viele Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger arbeiten deshalb mit einer schriftlichen Honorarvereinbarung, die über den gesetzlichen Gebühren liegen kann.
| Leistung / Gegenstandswert | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Erstberatung für Verbraucherinnen und Verbraucher | höchstens 190 € netto nach § 34 RVG, sofern nichts anderes vereinbart ist |
| Grundgebühr für die erstmalige Einarbeitung (Nr. 4100 VV RVG) | gesetzlicher Betragsrahmen, Höhe nach § 14 RVG |
| Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft (Nr. 4104 VV RVG) | Verfahrensgebühr im gesetzlichen Rahmen |
| Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Karlsruhe (Nr. 4106, 4108 VV RVG) | Verfahrensgebühr zzgl. Terminsgebühr je Verhandlungstag |
| Zivilrechtliche Folgeansprüche, etwa Schmerzensgeld | nach Gegenstandswert; Amtsgericht bis 10.000 €, darüber Landgericht (§ 23 Nr. 1 GVG) |
Prozesskostenhilfe gibt es für Beschuldigte im Strafverfahren nicht. Bei einem Verbrechensvorwurf, bei einer Vorführung zur Entscheidung über Haft oder wenn die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Schöffengericht oder einer Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe stattfindet, greift stattdessen die notwendige Verteidigung nach § 140 Abs. 1 StPO: Das Gericht bestellt die Verteidigung, die Staatskasse zahlt zunächst — bei einer Verurteilung tragen Sie die Kosten nach § 465 StPO. Für die reine Beratung kann Beratungshilfe beim Amtsgericht Karlsruhe beantragt werden, Nebenklägerinnen und Nebenkläger können Prozesskostenhilfe nach § 397a StPO erhalten. Eine Straf-Rechtsschutzversicherung deckt in der Regel nur Fahrlässigkeitsvorwürfe; bei Vorsatzdelikten besteht der Schutz meist nur rückwirkend, wenn kein Vorsatz festgestellt wird; welche Verfahrensabschlüsse dafür genügen, regeln die Versicherungsbedingungen.
Anwaltsgebühren tragen 19 Prozent Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG); Gerichtskosten sind umsatzsteuerfrei (§ 12 Abs. 1 GKG). Genau nachrechnen können Sie im Anwaltskosten-Rechner.
Checkliste: Was Sie brauchen
Klicken Sie die Punkte ab, die Sie bereits erledigt haben.
- Fristen zuerst: Prüfen Sie das Zustellungsdatum auf dem Umschlag. Gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Karlsruhe läuft die Einspruchsfrist von zwei Wochen taggenau.
- Aktenzeichen und Behörde: Notieren Sie Aktenzeichen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht. Diese Angaben erleichtern den Antrag auf Akteneinsicht nach § 147 StPO erheblich.
- Schweigen bewahren: Machen Sie bis zum Mandat keine Angaben zur Sache. Das Aussageverweigerungsrecht aus § 136 StPO gilt in jedem Stadium des Verfahrens.
- Vorladung prüfen: Als beschuldigte Person müssen Sie zu einer polizeilichen Vernehmung nach § 163a StPO nicht erscheinen; einer Ladung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts dagegen schon. Werden Sie dagegen als Zeugin oder Zeuge geladen und liegt der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde, müssen Sie nach § 163 Abs. 3 StPO erscheinen und zur Sache aussagen.
- Vorwurf konkret benennen: Körperverletzung nach § 223 StGB, Diebstahl nach § 242 StGB oder Betrug nach § 263 StGB führen zu völlig unterschiedlichen Verteidigungsansätzen.
- Beweismittel sichern: Chatverläufe, Fotos, Quittungen und Kontoauszüge nicht löschen, sondern exportieren und mit Datum sichern.
- Zeugen festhalten: Namen und Erreichbarkeit von Personen notieren, die den Vorfall miterlebt haben — aber selbst keinen Kontakt zu Belastungszeuginnen und -zeugen aufnehmen.
- Versicherung prüfen: Police und Bedingungen der Straf-Rechtsschutzversicherung heraussuchen, inklusive Vorsatzklausel und Selbstbeteiligung.
- Beratungshilfe klären: Bei geringem Einkommen kann der Antrag auf Beratungshilfe beim Amtsgericht Ihres Wohnsitzes gestellt werden (§ 4 Abs. 1 BerHG), in Karlsruhe also beim Amtsgericht Karlsruhe oder beim Amtsgericht Karlsruhe-Durlach; bringen Sie Einkommensnachweise mit.
- Terminlage berücksichtigen: Notieren Sie bereits geladene Verhandlungstermine am Amtsgericht oder Landgericht Karlsruhe, damit die Verteidigung Fristen und Anträge planen kann.
FAQ zu Strafrecht
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Ihr Rechtsanliegen.
Strafrecht in Karlsruhe: passende Kanzlei finden
15 Anwältinnen und Anwälte für Strafrecht in Karlsruhe und Umgebung (bis 25 km), davon 15 Fachanwälte (100 %), 9 Kanzleien. Stand 04.10.2026. Quelle: Angaben der Kanzleien und Kanzlei-Websites; Fachanwaltstitel laut Amtlichem Anwaltsverzeichnis der BRAK.
Gezählt werden Kanzleiprofile auf anwaltvergleich.de und Basisprofile aus Angaben der Kanzlei-Websites und weiterer öffentlicher Quellen.
Im Umkreis von 50 Kilometern um Karlsruhe hat noch keine Kanzlei für Strafrecht ein eigenes Profil bei uns; die gelisteten Basisprofile stehen unten. Schildern Sie Ihr Anliegen — wir prüfen, ob eine teilnehmende Kanzlei es übernehmen kann, unverbindlich und für Sie kostenfrei.
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Basisprofil Angaben aus Kanzlei-Websites und weiteren öffentlichen Quellen, noch nicht von den Anwältinnen und Anwälten bestätigt.
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Stephanienstraße 9, 76133 Karlsruhe
Basisprofil Fachanwalt für Strafrecht
Riefstahlstraße 12, 76133 Karlsruhe
Kanzlei SCHROTH § KOLLEGEN
Basisprofil Fachanwalt für Strafrecht
Riefstahlstraße 12, 76133 Karlsruhe
Kanzlei SCHROTH § KOLLEGEN
Basisprofil Fachanwältin für Strafrecht
Stephanienstr. 18, 76133 Karlsruhe
Basisprofil Fachanwalt für Strafrecht
Styrumstraße 10, 76646 Bruchsal
Basisprofil Fachanwältin für Strafrecht
Veilchenstr. 23, 76131 Karlsruhe
Ihr Anliegen an eine passende Kanzlei
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