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Strafrecht Hagen

Strafrecht in Hagen: Anwältin oder Anwalt für Strafverteidigung finden

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Maschinelle Rechtsprüfung am 21.10.2026 (KI-Prüfmodell, keine anwaltliche Prüfung): Gesetzesangaben, Gerichte und Kosten abgeglichen. Wie die KI-Prüfung funktioniert

Eine Vorladung der Polizei, ein Durchsuchungsbeschluss oder ein Strafbefehl vom Amtsgericht Hagen verändert den Alltag von einem Tag auf den anderen.

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Strafrecht Hagen
Redaktion anwaltvergleich.de 13 Min. Lesedauer

Eine Vorladung der Polizei, ein Durchsuchungsbeschluss oder ein Strafbefehl vom Amtsgericht Hagen verändert den Alltag von einem Tag auf den anderen. In der nordrhein-westfälischen Großstadt mit rund 189.983 Einwohnerinnen und Einwohnern laufen Strafverfahren beim Amtsgericht Hagen und beim Landgericht Hagen zusammen; über Revisionen gegen Berufungsurteile des Landgerichts Hagen entscheidet das Oberlandesgericht Hamm. Wer weiß, welches Gericht zuständig ist und welche Rechte ab der ersten Vernehmung gelten, trifft in dieser Lage die besseren Entscheidungen.

Das zentrale Recht steht in § 136 StPO: Niemand muss sich zum Tatvorwurf äußern (§ 136 Abs. 1 Satz 2 StPO); vollständiges Schweigen darf nicht zum Nachteil ausgelegt werden, während einzelne Teilangaben beweiswürdigend verwertet werden können. Ergänzend verlangt § 163a StPO, dass Beschuldigte vor Abschluss der Ermittlungen Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten – sinnvollerweise erst, nachdem die Verteidigung die Akte gelesen hat. Ob es um eine Körperverletzung nach § 223 StGB, einen Diebstahl nach § 242 StGB oder einen Betrugsvorwurf nach § 263 StGB geht: Die ersten Tage bestimmen häufig den weiteren Verlauf des Verfahrens.

Auf dieser Seite lesen Sie, worauf es bei einer Strafverteidigung in Hagen ankommt: wie Sie auf Vorladung, Durchsuchung und Anklage reagieren, wann eine Pflichtverteidigung bestellt wird, wie sich die Kosten nach dem RVG zusammensetzen und wie ein Verfahren am Amtsgericht Hagen und am Landgericht Hagen abläuft.

Auf einen Blick

Zuständige Gerichte
Amtsgericht Hagen, Landgericht Hagen, Oberlandesgericht Hamm
Kosten
Erstberatung häufig günstig · weitere Kosten nach RVG/Streitwert (Anwaltsgebühren zzgl. Umsatzsteuer nach Nr. 7008 VV RVG)

Zuständige Gerichte

  • Amtsgericht Hagen, Heinitzstraße 42, 58097 Hagen
  • Landgericht Hagen, Heinitzstraße 42, 58097 Hagen
  • Oberlandesgericht Hamm, Heßlerstraße 53, 59065 Hamm

Angaben aus den Justizportalen der Länder, Stand der Angaben: 06.06.2026.

Quellen dieser Seite

Gesetze
Paragrafen im Text führen auf gesetze-im-internet.de, das Gesetzesportal des Bundesministeriums der Justiz.
Gerichte
Amtsgericht Hagen, Landgericht Hagen, Oberlandesgericht Hamm. Weitere Gerichte: Justizportal NRW. Stand der Angaben: 06.06.2026.
Kosten
Gebührentabellen: RVG, Anlage 2 (Anwaltsgebühren) und GKG, Anlage 2 (Gerichtsgebühren).
Einwohnerzahl
Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, Bevölkerungsstand 31.12.2025.
Anwältinnen und Anwälte
Angaben der Kanzleien und ihrer Websites.

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Strafverteidigung in Hagen: Anwältin oder Anwalt für Strafrecht finden

Hagen ist mit rund 189.983 Einwohnerinnen und Einwohnern eine kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt dort, wo das östliche Ruhrgebiet in das Sauerland übergeht. Für Strafsachen sind hier das Amtsgericht Hagen und das Landgericht Hagen zuständig, beide gehören zum Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm. Wer eine Vorladung, einen Strafbefehl oder einen Durchsuchungsbeschluss in den Händen hält, weiß damit zumindest, welche Justizbehörden das Verfahren führen werden – über die Tragfähigkeit des Vorwurfs sagt das noch nichts.

Die Verfahren, die an der Volme verhandelt werden, spiegeln den Alltag einer Industrie- und Pendlerstadt. Vorwürfe der Körperverletzung nach § 223 StGB entstehen aus Auseinandersetzungen im Nachtleben oder im häuslichen Umfeld; Diebstahlsvorwürfe nach § 242 StGB stammen häufig aus dem Einzelhandel der Innenstadt; hinzu kommen Betrugsvorwürfe nach § 263 StGB bei Abrechnungen, Online-Geschäften oder Sozialleistungen. Weil Hagen am Kreuzungspunkt der Autobahnen A1, A45 und A46 liegt, führen auch Kontrollen auf der Durchreise regelmäßig zu Ermittlungsverfahren, in denen die beschuldigte Person gar nicht in der Stadt wohnt.

Der wichtigste Satz zu Beginn steht in § 136 StPO: Beschuldigte müssen sich zur Sache nicht äußern. Dieses Aussageverweigerungsrecht gilt ab der ersten Vernehmung, es darf nicht zu Lasten der beschuldigten Person gewertet werden, und es ist keine Trotzreaktion, sondern die sachliche Grundlage jeder späteren Verteidigung. Ergänzt wird es durch § 163a StPO: Vor Abschluss der Ermittlungen muss der beschuldigten Person Gelegenheit gegeben werden, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Wer diese Gelegenheit erst nach der Akteneinsicht nutzt, äußert sich nicht ins Blaue hinein.

Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Strafrecht hat nach der Fachanwaltsordnung vertiefte theoretische Kenntnisse und eine Mindestzahl selbst bearbeiteter Verfahren gegenüber der Rechtsanwaltskammer nachgewiesen. Für Hagen kommt hinzu, was kein Titel abbildet: Kenntnis der Terminpraxis am Amtsgericht Hagen, der Handhabung von Einstellungen bei der örtlich zuständigen Staatsanwaltschaft und der Arbeitsweise der Strafkammern am Landgericht Hagen.

Vorladung, Durchsuchung oder Anklage in Hagen: Wie Sie richtig reagieren

Eine polizeiliche Vorladung aus Hagen ist keine Anordnung, der Sie folgen müssen. Zu einer Vernehmung durch die Polizei müssen Beschuldigte nicht erscheinen; eine Erscheinenspflicht entsteht erst bei einer Ladung durch die Staatsanwaltschaft (§ 163a Abs. 3 StPO) oder bei einer richterlichen Ladung (§ 133 StPO). Auch dann gilt: erscheinen ja, aussagen nein. Sinnvoll ist, den Termin über eine Verteidigerin oder einen Verteidiger absagen oder verlegen zu lassen und zunächst Akteneinsicht zu beantragen. Wer stattdessen die Sache selbst kurz aufklären will, liefert häufig genau das Beweismittel, das der Akte bis dahin fehlte.

Bei einer Hausdurchsuchung gilt der Richtervorbehalt: Nach § 105 Abs. 1 StPO ordnet grundsätzlich eine Richterin oder ein Richter – in aller Regel am Amtsgericht Hagen – die Durchsuchung an, nur bei Gefahr im Verzug entscheidet die Staatsanwaltschaft oder ihre Ermittlungsperson. Materielle Grundlage ist § 102 StPO. Verlangen Sie den schriftlichen Beschluss und lesen Sie, welcher Tatvorwurf und welche gesuchten Gegenstände darin benannt sind; dieser Beschluss ist zugleich die erste inhaltliche Information über das laufende Verfahren.

  • Den Beschluss zeigen lassen und den darin genannten Tatvorwurf notieren.
  • Der Maßnahme nicht körperlich entgegentreten, ihr aber ausdrücklich widersprechen, statt formlos einzuwilligen.
  • Keine Angaben zur Sache machen, auch nicht beiläufig an der Wohnungstür (§ 136 StPO).
  • Auf ein Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände nach § 107 StPO bestehen.
  • Zugangsdaten, PIN oder Entsperrmuster nicht freiwillig herausgeben.
  • Anwesende Personen sowie Beginn und Dauer der Maßnahme festhalten.
  • Noch am selben Tag anwaltlichen Kontakt herstellen.

Ist das Ermittlungsverfahren abgeschlossen, entscheidet die Staatsanwaltschaft über den Fortgang: Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts (§ 170 Abs. 2 StPO), Einstellung gegen Auflage (§ 153a StPO), Antrag auf Strafbefehl oder Anklage. Wird Anklage zum Amtsgericht Hagen oder zum Landgericht Hagen erhoben, folgt das Zwischenverfahren: Die Verteidigung kann innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist Einwendungen erheben und Beweiserhebungen beantragen (§ 201 StPO), bevor über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden wird (§ 203 StPO). Diese Phase wird oft unterschätzt, obwohl sie ganz ohne öffentliche Verhandlung auskommt.

Häufig kommt statt einer Anklage ein Strafbefehl nach § 407 StPO ins Haus – eine Entscheidung ohne Hauptverhandlung, die nach kurzer Zeit rechtskräftig wird und dann wie ein Urteil wirkt, samt Eintrag im Bundeszentralregister. Der Einspruch nach § 410 StPO ist hier das entscheidende Rechtsmittel; er kann auf die Rechtsfolgen beschränkt werden, etwa auf die Tagessatzhöhe einer Geldstrafe.

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So finden Sie die passende Strafverteidigung in Hagen

Für die Auswahl zählt weniger die Kanzleigröße als die Passung zum Vorwurf. Ein Verfahren wegen einfachen Diebstahls nach § 242 StGB vor der Strafrichterin oder dem Strafrichter am Amtsgericht Hagen stellt andere Anforderungen als ein Wirtschaftsstrafverfahren mit umfangreicher Buchhaltung oder eine Sache vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Hagen. Fragen Sie im Erstkontakt konkret, wie regelmäßig die Kanzlei Verfahren dieser Art führt und wer den Hauptverhandlungstermin tatsächlich wahrnimmt.

Praktisch zählt in einer Stadt dieser Größe auch die Erreichbarkeit. Hagen ist über den Hauptbahnhof und die Autobahnen gut angebunden, doch Haftsachen und kurzfristig anberaumte Termine verlangen eine Verteidigung, die binnen Stunden am Amtsgericht Hagen sein kann. Klären Sie, ob eine Rufnummer für Eilfälle existiert und wie zügig die Akteneinsicht beantragt wird.

anwaltvergleich.de ist ein Anwaltsverzeichnis: Sie können darin nach Rechtsgebiet und Ort suchen und finden Anschrift, Telefonnummer sowie – soweit laut BRAK vorhanden – den Fachanwaltstitel; eine Vermittlung, Empfehlung oder Bewertung findet nicht statt. Eine Übersicht der Kanzleien finden Sie unter Anwältin oder Anwalt in Hagen; vertiefende Erklärungen zu einzelnen Verfahrensschritten stehen im Artikelbereich.

Auf das Erstgespräch sollten Sie vorbereitet sein, damit die Zeit den Inhalten bleibt:

  • Alle Schreiben von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht samt Briefumschlag mit Zustellungsdatum.
  • Das Aktenzeichen, damit die Akteneinsicht sofort beantragt werden kann.
  • Eine knappe Chronologie der Ereignisse mit Datum, Ort und beteiligten Personen.
  • Namen möglicher Entlastungszeuginnen und -zeugen.
  • Vorhandene Belege: Nachrichten, Fotos, Quittungen, Arbeitszeitnachweise.
  • Angaben zu einer Rechtsschutzversicherung samt Versicherungsschein.

Eine sachliche Verteidigung sagt keinen Verfahrensausgang zu. Wer einen Freispruch verspricht, überschreitet die Grenzen des Berufsrechts. Auch ein Erfolgshonorar ist nicht das übliche Modell: Nach § 49b Abs. 2 BRAO und § 4a RVG ist eine erfolgsabhängige Vergütung nur in eng umgrenzten gesetzlichen Ausnahmefällen zulässig und im Strafverfahren keine Regelgestaltung.

Kosten der Strafverteidigung und Pflichtverteidigung in Hagen

Die Vergütung richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Anders als im Zivilrecht gibt es im Strafverfahren keinen Streitwert, aus dem sich die Gebühr errechnet: Teil 4 des Vergütungsverzeichnisses zum RVG sieht Betragsrahmengebühren vor. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens bestimmt die Verteidigung die Gebühr nach Umfang und Schwierigkeit der Tätigkeit, Bedeutung der Sache sowie Einkommens- und Vermögensverhältnissen (§ 14 RVG). Die Rahmen steigen mit der Instanz – ein Verfahren vor der Strafkammer des Landgerichts Hagen liegt höher als eines vor der Strafrichterin oder dem Strafrichter am Amtsgericht Hagen.

Gebührenpositionen der Strafverteidigung nach dem RVG (Betragsrahmengebühren, Teil 4 VV RVG)
PositionRechtsgrundlageWofür sie anfällt
GrundgebührNr. 4100 VV RVGErstmalige Einarbeitung in den Fall, unabhängig vom Verfahrensabschnitt
Verfahrensgebühr ErmittlungsverfahrenNr. 4104 VV RVGTätigkeit gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft, Akteneinsicht, Schriftsätze
Verfahrensgebühr erster RechtszugNr. 4106 ff. VV RVGVerfahren vor dem Amtsgericht Hagen oder dem Landgericht Hagen
TerminsgebührNr. 4108 ff. VV RVGJe Tag der Hauptverhandlung
AuslagenpauschaleNr. 7002 VV RVGPost- und Telekommunikationsentgelte
UmsatzsteuerNr. 7008 VV RVG19 Prozent auf Gebühren und Auslagen

Die konkreten Beträge ergeben sich aus dem jeweiligen gesetzlichen Gebührenrahmen; die Höhe innerhalb dieses Rahmens wird nach § 14 RVG bestimmt und sollte bereits im Erstgespräch geklärt werden.

Prozesskosten-Rechner Schaetzen Sie Gerichts- und Anwaltskosten nach Streitwert (RVG/GKG).

Statt der gesetzlichen Gebühren ist eine Vergütungsvereinbarung verbreitet, häufig als Stunden- oder Pauschalhonorar. Sie muss nach § 3a RVG in Textform geschlossen, als Vergütungsvereinbarung bezeichnet und von anderen Vereinbarungen deutlich abgesetzt sein. Lassen Sie sich vor Mandatserteilung erläutern, welche Leistungen abgedeckt sind und was zusätzliche Hauptverhandlungstage kosten – gerade bei Umfangsverfahren am Landgericht Hagen, die sich über mehrere Sitzungstage erstrecken.

Eine Pflichtverteidigung bestellt das Gericht in den Fällen des § 140 StPO, etwa wenn die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hagen oder vor dem Landgericht Hagen stattfindet (§ 140 Abs. 1 Nr. 1 StPO), bei einem Verbrechensvorwurf, bei vollzogener Untersuchungshaft oder wenn die Schwere der Tat, die Schwere der zu erwartenden Rechtsfolge oder die Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung einer Verteidigung gebietet (§ 140 Abs. 2 StPO). Die Bestellung erfolgt nach § 141 StPO frühzeitig, bei einem Haftbefehl unverzüglich. Wichtig ist: Pflichtverteidigung bedeutet nicht kostenlose Verteidigung. Die Staatskasse verauslagt die gesetzlichen Gebühren; im Fall einer Verurteilung trägt die verurteilte Person die Kosten des Verfahrens nach § 465 StPO. Sie dürfen die Person benennen, die bestellt werden soll.

Prüfen Sie außerdem den Versicherungsschutz. Ein Straf-Rechtsschutz deckt je nach Versicherungsbedingungen Vorwürfe fahrlässiger Delikte ab; bei Vorsatzvorwürfen sehen viele Bedingungen eine Kostenübernahme nur rückwirkend vor, wenn es nicht zu einer Verurteilung wegen Vorsatzes kommt. Maßgeblich ist allein der jeweilige Vertrag. Für die erste Beratung kommt bei geringem Einkommen Beratungshilfe in Betracht; Prozesskostenhilfe erhalten Beschuldigte im Strafverfahren dagegen nicht – an ihre Stelle tritt die Pflichtverteidigung.

Akteneinsicht und Verteidigungsstrategie im Strafverfahren in Hagen

Die Akteneinsicht nach § 147 StPO ist das Werkzeug, ohne das keine belastbare Strategie entsteht. Das Recht steht der Verteidigerin oder dem Verteidiger zu; Beschuldigte ohne Verteidigung können nach § 147 Abs. 4 StPO selbst Akteneinsicht erhalten, soweit der Untersuchungszweck – auch in einem anderen Verfahren – nicht gefährdet wird und keine überwiegenden schutzwürdigen Interessen Dritter entgegenstehen; statt der Einsicht können ihnen Kopien aus den Akten bereitgestellt werden. Solange der Abschluss der Ermittlungen nicht in den Akten vermerkt ist, kann die Staatsanwaltschaft die Einsicht in Teile der Akte versagen, soweit dies den Untersuchungszweck gefährden kann (§ 147 Abs. 2 Satz 1 StPO); wird Untersuchungshaft vollzogen oder ist sie im Fall der vorläufigen Festnahme beantragt, sind der Verteidigung die für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Freiheitsentziehung wesentlichen Informationen zugänglich zu machen – in der Regel ist insoweit Akteneinsicht zu gewähren (§ 147 Abs. 2 Satz 2 StPO).

Erst aus der Akte ergibt sich, worauf der Vorwurf tatsächlich beruht: eine belastende Zeugenaussage, eine Videoaufzeichnung aus einem Geschäft in der Hagener Innenstadt, die Auswertung von Kontobewegungen bei einem Vorwurf nach § 263 StGB oder ein ärztlicher Befundbericht bei einer Körperverletzung nach § 223 StGB. Häufig zeigt sich dort, dass die Beweislage dünner ist, als der Vorwurf klingt – oder dass eine Aussage nicht verwertbar ist, weil die Belehrung nach § 136 StPO unterblieben war.

Auf dieser Grundlage entsteht die Strategie. Sie kann darin bestehen, konsequent zu schweigen und die Beweisführung der Staatsanwaltschaft anzugreifen. Sie kann eine schriftliche Einlassung vorsehen, die den Sachverhalt in einem anderen Licht zeigt. Oder sie zielt auf eine Einstellung nach § 153 oder § 153a StPO, etwa gegen Zahlung eines Geldbetrags an eine gemeinnützige Einrichtung. Bei Erstbeschuldigten mit geringem Schaden kommt dieser Weg in Betracht; über eine Einstellung entscheiden Staatsanwaltschaft und Gericht im Einzelfall, Einstellungen werden nicht in das Führungszeugnis eingetragen.

Auch eine Verständigung nach § 257c StPO ist möglich: Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung erörtern in der Hauptverhandlung eine Strafober- und -untergrenze. Der Ablauf muss öffentlich protokolliert werden, und eine Absprache über den Schuldspruch selbst ist ausgeschlossen. Ob dieser Weg sinnvoll ist, hängt allein von der Beweislage ab – deshalb steht am Anfang immer die Akte und nicht die Verhandlungstaktik.

Ablauf eines Strafverfahrens am Amts- und Landgericht in Hagen

Wer in erster Instanz verhandelt, richtet sich nach der Straferwartung. Beim Amtsgericht Hagen entscheidet die Strafrichterin oder der Strafrichter allein über Vergehen, wenn keine höhere Strafe als zwei Jahre Freiheitsstrafe zu erwarten ist (§ 25 GVG). Darüber verhandelt das Schöffengericht, besetzt mit einer Berufsrichterin oder einem Berufsrichter und zwei Schöffen; dessen Strafgewalt reicht bis vier Jahre (§ 24 Abs. 2 GVG). Schwerere Vorwürfe – etwa Tötungsdelikte oder umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen – kommen vor die Große Strafkammer beziehungsweise das Schwurgericht am Landgericht Hagen (§ 74 GVG).

Die Hauptverhandlung folgt einem festen Ablauf (§§ 243 ff. StPO): Aufruf der Sache, Feststellung der Anwesenheit, Verlesung des Anklagesatzes, Belehrung über das Schweigerecht, gegebenenfalls Einlassung, anschließend Beweisaufnahme mit Zeuginnen, Zeugen und Sachverständigen, Schlussvorträge, letztes Wort der angeklagten Person und Urteil. Angaben zur Person – Name, Geburtsdatum, Wohnort – müssen gemacht werden, Angaben zur Sache nicht.

Gegen ein Urteil des Amtsgerichts Hagen ist die Berufung zum Landgericht Hagen eröffnet (§ 312 StPO); dort verhandelt die Kleine Strafkammer den Fall vollständig neu, einschließlich Beweisaufnahme. Die Frist ist kurz: eine Woche ab Verkündung des Urteils (§ 314 Abs. 1 StPO); wurde das Urteil nicht in Anwesenheit der angeklagten Person verkündet, beginnt die Woche mit der Zustellung (§ 314 Abs. 2 StPO). Alternativ kann Revision eingelegt werden, ebenfalls binnen einer Woche ab Verkündung beziehungsweise Zustellung (§ 341 Abs. 1 und 2 StPO); sie prüft ausschließlich Rechtsfehler. Über Revisionen gegen Berufungsurteile des Landgerichts Hagen entscheidet das Oberlandesgericht Hamm.

Ein Strafverfahren in Hagen zieht sich vom ersten Schreiben bis zum rechtskräftigen Abschluss oft über Monate. Je früher eine Strafverteidigung die Akte kennt, desto größer ist der Handlungsspielraum – vor allem im Ermittlungsverfahren, solange noch keine Anklage erhoben wurde. Eine Übersicht der Kanzleien für Strafrecht finden Sie unter Anwalt in Hagen. Dieser Text gibt einen allgemeinen Überblick über das Strafverfahren in Hagen und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls; anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Im Verzeichnis von anwaltvergleich.de stehen 10 Anwältinnen und Anwälte für Strafrecht in Hagen und Umgebung (bis 25 km), Stand 04.10.2026.

10 der 10 Einträge (100 %) führen laut Kanzlei-Website den Titel Fachanwältin oder Fachanwalt für Strafrecht.

Die 10 Einträge verteilen sich auf 10 Kanzleien.

In erster Instanz entscheidet meist das Amtsgericht Hagen: die Strafrichterin oder der Strafrichter bei einer Straferwartung bis zwei Jahre Freiheitsstrafe (§ 25 GVG), das Schöffengericht mit zwei Schöffen bis vier Jahre (§ 24 Abs. 2 GVG). Schwerere Vorwürfe wie Tötungsdelikte oder große Wirtschaftsstrafsachen verhandelt die Große Strafkammer beziehungsweise das Schwurgericht am Landgericht Hagen (§ 74 GVG). Die Berufung gegen Urteile des Amtsgerichts Hagen führt zur Kleinen Strafkammer des Landgerichts Hagen, über Revisionen gegen deren Berufungsurteile entscheidet das Oberlandesgericht Hamm.

Im Strafverfahren gibt es keinen Streitwert. Teil 4 des Vergütungsverzeichnisses zum RVG sieht Betragsrahmengebühren vor: Grundgebühr, Verfahrensgebühr für das Ermittlungsverfahren, Verfahrens- und Terminsgebühr je Instanz und Hauptverhandlungstag, dazu Auslagen und Umsatzsteuer. Wo innerhalb des Rahmens die Gebühr liegt, richtet sich nach § 14 RVG – Umfang, Schwierigkeit, Bedeutung der Sache und Ihren Einkommensverhältnissen. Häufig wird stattdessen eine Vergütungsvereinbarung nach § 3a RVG in Textform geschlossen. Lassen Sie sich die zu erwartende Größenordnung vor Mandatserteilung schriftlich erläutern.

§ 140 StPO nennt die Fälle notwendiger Verteidigung: unter anderem wenn die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hagen oder vor dem Landgericht Hagen stattfindet, bei Verbrechensvorwürfen, bei vollzogener Untersuchungshaft, drohendem Berufsverbot oder wenn die Schwere der Tat, die Schwere der zu erwartenden Rechtsfolge oder die Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung einer Verteidigung erfordert. Die Bestellung erfolgt nach § 141 StPO frühzeitig, bei einem Haftbefehl unverzüglich; Sie dürfen eine Person Ihres Vertrauens benennen. Kostenlos ist das nicht: Die Staatskasse verauslagt die gesetzlichen Gebühren, im Fall einer Verurteilung trägt die verurteilte Person die Kosten nach § 465 StPO.

Grundlage ist § 102 StPO, angeordnet wird die Durchsuchung nach § 105 Abs. 1 StPO grundsätzlich richterlich, in Hagen also regelmäßig durch das Amtsgericht Hagen; nur bei Gefahr im Verzug entscheidet die Staatsanwaltschaft oder ihre Ermittlungsperson. Lassen Sie sich den Beschluss zeigen, widersprechen Sie der Maßnahme ausdrücklich, statt einzuwilligen, und leisten Sie keinen körperlichen Widerstand. Machen Sie keine Angaben zur Sache (§ 136 StPO), geben Sie keine Zugangsdaten heraus und verlangen Sie das Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände nach § 107 StPO. Rufen Sie noch am selben Tag anwaltliche Hilfe.

Zwei Wochen ab Zustellung, § 410 Abs. 1 StPO. Der Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Hagen kann schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle eingelegt werden und muss innerhalb der Frist bei dem Gericht eingehen, das den Strafbefehl erlassen hat (§ 410 Abs. 1 StPO); für den Fristbeginn zählt das auf dem Zustellungsumschlag vermerkte Zustellungsdatum, nicht das Datum der Absendung. Nach Fristablauf wird der Strafbefehl rechtskräftig und wirkt wie ein Urteil; eine Wiedereinsetzung nach § 44 StPO setzt unverschuldete Versäumung voraus. Der Einspruch lässt sich nach § 410 Abs. 2 StPO auch auf einzelne Rechtsfolgen beschränken, etwa die Tagessatzhöhe.

Sobald erkennbar ist, dass gegen Sie ermittelt wird – also beim ersten Schreiben der Polizei, bei einer Durchsuchung oder bei einer Vorladung als beschuldigte Person. Nutzen Sie zuvor Ihr Schweigerecht aus § 136 StPO. Im Ermittlungsverfahren ist der Handlungsspielraum am größten: Über § 147 StPO wird Akteneinsicht genommen, die Beweislage geprüft und gegenüber der Staatsanwaltschaft auf eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153a StPO hingewirkt. Ist Anklage erhoben, sind viele dieser Möglichkeiten deutlich enger geworden.

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10 Anwältinnen und Anwälte für Strafrecht in Hagen und Umgebung (bis 25 km), davon 10 Fachanwälte (100 %), 10 Kanzleien. Stand 04.10.2026. Quelle: Angaben der Kanzleien und Kanzlei-Websites.

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    PB Recht

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    Fachanwalt für Medizinrecht +1

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