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Insolvenzrecht Lübeck

Anwältin oder Anwalt für Insolvenzrecht in Lübeck: Wege aus der Krise

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Insolvenzrecht in Lübeck betrifft mehr Menschen, als die Hansestadt mit ihren rund 219.044 Einwohnern vermuten lässt: Betriebe der Hafenwirtschaft und Logistik, Handwerksunternehmen in St.

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Redaktion anwaltvergleich.de 13 Min. Lesedauer

Insolvenzrecht in Lübeck betrifft mehr Menschen, als die Hansestadt mit ihren rund 219.044 Einwohnern vermuten lässt: Betriebe der Hafenwirtschaft und Logistik, Handwerksunternehmen in St. Lorenz und Moisling, Selbstständige aus der Altstadt und Privatpersonen, deren Kredite nach einer Trennung, Krankheit oder Kurzarbeit nicht mehr tragbar sind. Für sie alle ist das Amtsgericht Lübeck als Insolvenzgericht zuständig, denn nach § 2 InsO übernimmt diese Aufgabe das Amtsgericht am Sitz des Landgerichts – und das Landgericht Lübeck hat seinen Sitz in der Stadt.

Ob eine Anwältin oder ein Anwalt für Insolvenzrecht eingeschaltet werden sollte, entscheidet sich an drei Punkten: Fristen, Antragsart und Haftung. Geschäftsführer einer Lübecker GmbH haben nach § 15a InsO höchstens drei Wochen ab Zahlungsunfähigkeit, um den Antrag zu stellen. Privatpersonen müssen vor dem Verbraucherinsolvenzantrag einen außergerichtlichen Einigungsversuch nachweisen. Und Gläubiger, die Zahlungen aus den letzten Monaten vor dem Antrag erhalten haben, sehen sich Anfechtungsansprüchen gegenüber, die bei Streitwerten über 10.000 Euro vor dem Landgericht Lübeck verhandelt werden.

Diese Seite erklärt, wie das Insolvenzverfahren in Schleswig-Holstein abläuft, welche Paragrafen der Insolvenzordnung für Lübecker Unternehmen und Verbraucher maßgeblich sind, was die anwaltliche Begleitung kostet und wann die Restschuldbefreiung nach drei Jahren erreicht ist. Sie ersetzt keine Beratung, gibt aber die Grundlage, um das erste Gespräch mit einer Kanzlei vorbereitet zu führen.

Auf einen Blick

Zuständige Gerichte
Amtsgericht Lübeck, Landgericht Lübeck
Wichtige Gesetze
§ 1 InsO, § 15a InsO, § 17 InsO, § 19 InsO
Kosten
Erstberatung für Verbraucher nach § 34 RVG auf maximal 190 Euro zzgl.

Zuständige Gerichte

  • Amtsgericht Lübeck, Am Burgfeld 7, 23568 Lübeck
  • Landgericht Lübeck, Am Burgfeld 7, 23568 Lübeck

Angaben aus den Justizportalen der Länder, zuletzt geprüft am 06.06.2026.

Insolvenzrecht in Lübeck: Zuständigkeit von Amtsgericht Lübeck und Landgericht Lübeck

Wer in Lübeck in eine finanzielle Schieflage gerät, trifft auf klar verteilte Zuständigkeiten. Das Insolvenzgericht ist nach § 2 InsO keine eigene Behörde, sondern eine Abteilung des Amtsgerichts, und zwar regelmäßig des Amtsgerichts am Sitz eines Landgerichts. Weil die Hansestadt Sitz des Landgerichts Lübeck ist, werden Insolvenzverfahren aus dem Stadtgebiet und dem gesamten Landgerichtsbezirk beim Amtsgericht Lübeck geführt. Eröffnungsantrag, Bestellung der Insolvenzverwaltung und Entscheidung über die Restschuldbefreiung fallen damit in Lübeck selbst.

Das Landgericht Lübeck kommt im Insolvenzrecht an anderer Stelle ins Spiel. Klagen, die aus einem Verfahren hervorgehen – etwa Anfechtungsklagen der Insolvenzverwaltung gegen Gläubiger, die kurz vor dem Antrag noch Zahlungen erhalten haben, oder Haftungsklagen gegen Geschäftsführer – sind zivilrechtliche Streitigkeiten. Seit dem 1. Januar 2026 entscheidet bei einem Streitwert bis 10.000 Euro das Amtsgericht, darüber das Landgericht (§ 23 Nr. 1 GVG). Bei Anfechtungssummen aus dem Lübecker Hafen- und Logistikgeschäft ist diese Grenze rasch überschritten, sodass das Landgericht Lübeck zuständig wird.

Örtlich bestimmt § 3 InsO die Zuständigkeit: Maßgeblich ist der allgemeine Gerichtsstand, bei Selbstständigen der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit. Wer in Travemünde eine Ferienvermietung betreibt oder in der Lübecker Altstadt ein Ladengeschäft führt, wird beim Amtsgericht Lübeck geführt, auch wenn der Wohnsitz in einer Nachbargemeinde in Schleswig-Holstein liegt. Eine Anwältin oder ein Anwalt für Insolvenzrecht in Lübeck klärt diese Frage vorab, denn ein Antrag beim falschen Gericht kostet Zeit, die bei der Antragspflicht nach § 15a InsO nicht vorhanden ist.

Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung: Wann Lübecker Geschäftsführer handeln müssen

Das Insolvenzrecht kennt drei Eröffnungsgründe. Zahlungsunfähig ist nach § 17 InsO, wer fällige Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann; das Gesetz vermutet dies in der Regel, sobald die Zahlungen eingestellt wurden. Überschuldet ist nach § 19 InsO eine Gesellschaft, deren Vermögen die Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, sofern die Fortführung in den nächsten zwölf Monaten nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Die drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO berechtigt zum Antrag, verpflichtet aber nicht. Für Lübecker GmbHs und UGs, vom Zulieferer der Medizintechnik bis zum Gastronomiebetrieb an der Trave, entscheidet diese Abgrenzung darüber, ob die Antragspflicht bereits läuft.

Wer die Antragspflicht nach § 15a InsO versäumt, macht sich strafbar: Vorsätzliche Insolvenzverschleppung wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet, fahrlässige mit bis zu einem Jahr (§ 15a Abs. 4 und 5 InsO). Hinzu kommt die persönliche Haftung nach § 15b InsO für Zahlungen, die nach Eintritt der Insolvenzreife noch aus dem Gesellschaftsvermögen geleistet wurden. Für die Geschäftsführung eines Lübecker Handelsunternehmens kann das bedeuten, Lieferantenzahlungen aus den letzten Wochen vor dem Antrag aus eigener Tasche zu erstatten.

In der Praxis beginnt die Arbeit einer Anwältin oder eines Anwalts für Insolvenzrecht deshalb mit einem Liquiditätsstatus. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt nur eine unschädliche Zahlungsstockung vor, wenn die Liquiditätslücke unter zehn Prozent der fälligen Verbindlichkeiten bleibt und binnen drei Wochen geschlossen werden kann. Bei Lübecker Betrieben mit saisonabhängigen Umsätzen, etwa im Tourismus rund um Travemünde, gehört diese Prüfung regelmäßig auf die Tagesordnung. Typische Warnsignale sind:

  • Beiträge an Sozialversicherungsträger oder Zahlungen an das Finanzamt Lübeck bleiben mehrere Wochen offen
  • Löhne und Gehälter werden nur noch verspätet oder in Teilbeträgen ausgezahlt
  • Lieferanten stellen auf Vorkasse um oder kündigen Rahmenverträge
  • Die Hausbank kündigt Kontokorrentlinien oder verlangt zusätzliche Sicherheiten
  • Der Jahresabschluss weist negatives Eigenkapital aus, ohne dass eine belastbare Fortführungsprognose vorliegt
  • Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Lübeck kündigen Vollstreckungsmaßnahmen an

Verbraucherinsolvenz in Lübeck: Vom Einigungsversuch bis zur Restschuldbefreiung

Für Privatpersonen sieht das Insolvenzrecht das vereinfachte Verbraucherinsolvenzverfahren vor. Nach § 304 InsO gilt es für natürliche Personen, die keine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, sowie für ehemals Selbstständige mit überschaubaren Vermögensverhältnissen, also weniger als 20 Gläubigern und ohne offene Forderungen aus Arbeitsverhältnissen. Beschäftigte der Lübecker Hafenbetriebe, Pflegekräfte im Klinikum oder Studierende der Universität zu Lübeck, die Kreditraten und Mietschulden nicht mehr bedienen können, fallen in diese Gruppe; wer noch einen Kiosk in St. Gertrud betreibt, muss dagegen in die Regelinsolvenz.

Vor dem Antrag beim Amtsgericht Lübeck steht zwingend ein außergerichtlicher Einigungsversuch (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO). Scheitert er, stellt eine geeignete Stelle darüber eine Bescheinigung aus, die bei Antragstellung nicht älter als sechs Monate sein darf. Geeignete Personen sind neben den anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Schleswig-Holstein auch Anwältinnen und Anwälte. Der Vorteil anwaltlicher Begleitung im Insolvenzrecht liegt häufig in der Terminierung: Eine Kanzlei kann den Schuldenbereinigungsplan unmittelbar nach Sichtung der Unterlagen an die Gläubiger versenden und bei Zustimmung aller Beteiligten das gerichtliche Verfahren ganz vermeiden.

Wird das Verfahren eröffnet, bestellt das Amtsgericht Lübeck eine Treuhänderin oder einen Treuhänder. Zusammen mit dem Insolvenzantrag ist der Antrag auf Restschuldbefreiung nach § 287 InsO zu stellen, verbunden mit der Erklärung, den pfändbaren Teil des Einkommens für drei Jahre abzutreten. Pfändbar ist für Alleinstehende nur, was die Pfändungsfreigrenze von rund 1.560 Euro netto im Monat (Stand 2025) übersteigt. Während der Abtretungsfrist gelten die Obliegenheiten des § 295 InsO: angemessene Erwerbstätigkeit, Herausgabe der Hälfte einer Erbschaft, Meldung jedes Wohnsitz- und Arbeitgeberwechsels an Gericht und Treuhand.

Nach Ablauf der drei Jahre erteilt das Amtsgericht Lübeck die Restschuldbefreiung, sofern kein Gläubiger einen Versagungsgrund nach § 290 InsO nachweist. Dieses Herzstück des Insolvenzrechts für Verbraucher hat Grenzen: Nach § 302 InsO bleiben Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung, rückständiger Unterhalt bei pflichtwidriger Nichtzahlung sowie Geldstrafen und Geldbußen bestehen. Eine Anwältin oder ein Anwalt für Insolvenzrecht prüft vorab, welche Schulden tatsächlich erlöschen und welche – etwa Steuerschulden aus einer rechtskräftig verurteilten Steuerhinterziehung – das Verfahren überdauern.

Regelinsolvenz, Eigenverwaltung und Sanierung für Lübecker Unternehmen

§ 1 InsO nennt den Zweck des Insolvenzrechts: die gemeinschaftliche Befriedigung der Gläubiger, entweder durch Verwertung des Vermögens oder durch eine abweichende Regelung in einem Insolvenzplan, der insbesondere den Erhalt des Unternehmens ermöglicht. Für die Lübecker Wirtschaft mit ihrem Ostseehafen, dem Fährverkehr nach Skandinavien, der Ernährungsindustrie und den Medizintechnik-Betrieben ist der zweite Weg oft der wirtschaftlich sinnvollere: Arbeitsplätze, Lieferbeziehungen und Kundenverträge bleiben erhalten, während die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Das Insolvenzrecht stellt dafür mehrere Instrumente bereit. In der Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. InsO bleibt die Geschäftsführung im Amt und wird von einem Sachwalter überwacht; das Schutzschirmverfahren nach § 270d InsO gibt bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bis zu drei Monate Zeit, einen Insolvenzplan auszuarbeiten, ohne dass Gläubiger vollstrecken dürfen. Über die Anordnung entscheidet das Amtsgericht Lübeck. Wer vor der Insolvenzreife handelt, kann außerdem das Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG nutzen, das seit 2021 eine Sanierung außerhalb der Insolvenz erlaubt.

Beschäftigte eines insolventen Lübecker Betriebs erhalten für die letzten drei Monate vor der Verfahrenseröffnung Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit (§ 165 SGB III). Streitigkeiten um Kündigungen oder ausstehende Löhne gehören vor das Arbeitsgericht, nicht vor das Landgericht Lübeck – eine Abgrenzung, die in der Praxis häufig übersehen wird. Kündigungen im Insolvenzverfahren unterliegen nach § 113 InsO einer Höchstfrist von drei Monaten zum Monatsende, auch wenn der Arbeitsvertrag längere Fristen vorsieht.

Für Geschäftsführer und Gesellschafter geht es zudem um die Rückabwicklung von Zahlungen. Nach §§ 129 ff. InsO kann die Insolvenzverwaltung Leistungen anfechten, die in den letzten drei Monaten vor dem Antrag an einzelne Gläubiger geflossen sind; bei der Vorsatzanfechtung nach § 133 InsO reicht der Zeitraum bis zu vier Jahre zurück. Solche Rückforderungen treffen in Lübeck regelmäßig Lieferanten und Vermieter und landen bei Streitwerten über 10.000 Euro als Anfechtungsklage vor dem Landgericht Lübeck.

Gläubigerrechte im Insolvenzrecht: Forderungen beim Amtsgericht Lübeck anmelden

Das Insolvenzrecht schützt nicht nur Schuldner. Ein Lübecker Handwerksbetrieb, dessen Kunde zahlungsunfähig ist, ein Vermieter in Buntekuh mit Mietrückständen oder ein Zulieferer der Hafenlogistik mit offenen Rechnungen wird im Verfahren zum Insolvenzgläubiger nach § 38 InsO. Forderungen sind nach § 174 InsO schriftlich bei der Insolvenzverwaltung anzumelden, nicht beim Amtsgericht Lübeck direkt. Die Anmeldefrist setzt das Gericht im Eröffnungsbeschluss fest; sie beträgt nach § 28 InsO mindestens zwei Wochen und höchstens drei Monate.

Wer die Frist verpasst, kann nachmelden, trägt dann aber die Kosten eines besonderen Prüfungstermins (§ 177 InsO). Im Prüfungstermin vor dem Amtsgericht Lübeck werden die Forderungen zur Insolvenztabelle festgestellt; bestreitet die Insolvenzverwaltung eine Forderung, bleibt dem Gläubiger nur die Feststellungsklage beim Amtsgericht oder – ab 10.000 Euro – beim Landgericht Lübeck. Insolvenzrechtliche Vertretung lohnt sich vor allem, wo Sicherheiten bestehen: Wer unter Eigentumsvorbehalt geliefert hat, kann nach § 47 InsO die Aussonderung der Ware verlangen; wer ein Pfandrecht hält, ist nach §§ 49 ff. InsO zur abgesonderten Befriedigung berechtigt.

  • Eröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Lübeck lesen und die Anmeldefrist notieren
  • Forderung mit Rechnungen, Verträgen und Mahnungen belegen; Grund und Betrag exakt beziffern
  • Eigentumsvorbehalt, Sicherungsübereignung oder Bürgschaften gesondert geltend machen
  • Zahlungen aus den letzten drei Monaten vor dem Antrag auf Anfechtungsrisiko prüfen lassen
  • Einzelzwangsvollstreckungen einstellen – sie sind nach § 89 InsO während des Verfahrens unzulässig
  • Forderungen aus vorsätzlich unerlaubter Handlung mit Rechtsgrund anmelden, damit sie von der Restschuldbefreiung ausgenommen bleiben

Gläubiger können nach § 14 InsO auch selbst den Insolvenzantrag gegen einen Lübecker Schuldner stellen, müssen dazu aber Forderung und Eröffnungsgrund glaubhaft machen. Krankenkassen und Finanzverwaltung nutzen dieses Recht regelmäßig; für private Gläubiger ist der Antrag ein Druckmittel, das eine Anwältin oder ein Anwalt für Insolvenzrecht in Lübeck vorher auf Kosten und Erfolgsaussicht prüfen sollte. Die anwaltliche Vergütung bemisst sich bei der Gläubigervertretung nach dem RVG, wobei die angemeldete Forderung den Gegenstandswert bildet.

Kosten und Gebühren im Insolvenzrecht in Lübeck

Die Kosten einer insolvenzrechtlichen Beratung in Lübeck folgen dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und der Vereinbarung mit der Kanzlei. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Erstberatung nach § 34 RVG auf höchstens 190 Euro zuzüglich Umsatzsteuer gedeckelt, sofern keine abweichende Vergütungsvereinbarung getroffen wurde. Für die weitere Begleitung im Insolvenzrecht sind Pauschalen oder Stundensätze üblich, deren Höhe sich nach Verfahrensart und Aufwand richtet.

Typische Kosten im Insolvenzrecht in Lübeck (Richtwerte, ohne Umsatzsteuer)
LeistungRechtsgrundlageKostenrahmen
Erstberatung für Verbraucher§ 34 RVGmaximal 190 Euro
Anwaltliche Begleitung der VerbraucherinsolvenzVergütungsvereinbarung (Pauschale)ca. 1.000 bis 2.500 Euro
Sanierungs- und UnternehmensinsolvenzberatungVergütungsvereinbarung (Stundensatz)200 bis 350 Euro je Stunde
Verfahrenskosten masselose Verbraucherinsolvenz (Gericht und Treuhand)Stundung nach § 4a InsO möglichca. 1.500 bis 2.500 Euro
Vertretung als GläubigerRVG, Gegenstandswert = angemeldete Forderungabhängig von der Forderungshöhe
Beratungshilfe bei geringem EinkommenBerHG, § 44 RVGEigenanteil 15 Euro

Lübeckerinnen und Lübecker mit geringem Einkommen können außerdem Beratungshilfe in Anspruch nehmen. Anders als in Hamburg, wo die Öffentliche Rechtsauskunft an die Stelle des Beratungshilfegesetzes tritt, gilt in Schleswig-Holstein das Beratungshilfegesetz unmittelbar: Der Berechtigungsschein wird beim Amtsgericht Lübeck beantragt, die Kanzlei erhält ihre Vergütung aus der Landeskasse, und der Eigenanteil beträgt nach § 44 RVG 15 Euro. Für die Bescheinigung nach § 305 InsO und die Vorbereitung des Insolvenzantrags ist das oft der entscheidende Zugang zu anwaltlicher Hilfe im Insolvenzrecht.

Bei Unternehmensinsolvenzen bewegen sich die Stundensätze zwischen 200 und 350 Euro. Ob sich das lohnt, hängt an den Haftungsrisiken: Eine verspätete Antragstellung nach § 15a InsO kann Geschäftsführer eines Lübecker Betriebs weit mehr kosten als die Beratung, die sie verhindert hätte. Eine schriftliche Vergütungsvereinbarung mit klar umrissenem Leistungsumfang sollte vor Beginn der Mandatsarbeit vorliegen.

Anwältin oder Anwalt für Insolvenzrecht in Lübeck finden

Wer in Lübeck eine Anwältin oder einen Anwalt für Insolvenzrecht sucht, stößt auf den Titel Fachanwältin oder Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Er setzt nach der Fachanwaltsordnung besondere theoretische Kenntnisse und den Nachweis praktischer Fälle voraus und ist ein belastbarer Hinweis, aber kein zwingendes Kriterium: Auch Kanzleien ohne Fachanwaltstitel begleiten Verbraucherinsolvenzen routiniert, wenn sie regelmäßig Verfahren beim Amtsgericht Lübeck führen. Entscheidend ist, dass die Kanzlei die Abläufe des örtlichen Insolvenzgerichts kennt, mit den in Lübeck tätigen Insolvenzverwaltungen zusammenarbeitet und die Kostenfrage im ersten Gespräch offen anspricht.

Auf anwaltvergleich.de lassen sich Kanzleien in Lübeck nach Rechtsgebiet, Standort und Bewertungen filtern. Die Profile zeigen, ob ein Fachanwaltstitel für Insolvenz- und Sanierungsrecht vorliegt, welche Schwerpunkte – Verbraucherinsolvenz, Unternehmenssanierung oder Gläubigervertretung – angeboten werden und ob eine Erstberatung nach § 34 RVG möglich ist. Die Übersicht unter Anwalt in Lübeck führt zu den Kontaktdaten; die Kontaktaufnahme erfolgt unmittelbar mit der Kanzlei. Hintergründe zum Verzeichnis finden sich unter Presse.

Für die insolvenzrechtliche Erstberatung sollten Kontoauszüge der letzten drei Monate, eine Gläubigerliste mit Beträgen, Mahnbescheide, Kreditverträge und bei Unternehmen die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung bereitliegen. Je vollständiger die Unterlagen, desto verlässlicher lässt sich einschätzen, ob die Frist nach § 15a InsO bereits läuft, ob die Verbraucherinsolvenz nach § 304 InsO offensteht und mit welchen Kosten zu rechnen ist. anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ja, sobald Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO eingetreten ist. Nicht gezahlte Löhne sind ein starkes Indiz dafür, dass fällige Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können. § 15a InsO verpflichtet Sie dann, ohne schuldhaftes Zögern, spätestens innerhalb von drei Wochen, den Antrag beim Amtsgericht Lübeck zu stellen. Versäumen Sie die Frist, drohen Strafverfolgung wegen Insolvenzverschleppung und persönliche Haftung nach § 15b InsO. Lassen Sie den Liquiditätsstatus umgehend von einer Anwältin oder einem Anwalt für Insolvenzrecht prüfen; die drei Wochen dürfen nur für ernsthafte Sanierungsversuche genutzt werden.

Nein. § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO verlangt, dass Sie vor dem Antrag beim Amtsgericht Lübeck versucht haben, sich mit den Gläubigern außergerichtlich auf einen Schuldenbereinigungsplan zu einigen. Das Scheitern muss eine geeignete Stelle bescheinigen – eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle oder eine Anwältin bzw. ein Anwalt. Die Bescheinigung darf bei Antragstellung nicht älter als sechs Monate sein. Ohne sie weist das Gericht den Antrag als unzulässig zurück. Der Plan sollte realistisch kalkuliert sein; stimmen alle Gläubiger zu, entfällt das gerichtliche Verfahren vollständig.

Die Abtretungsfrist beträgt nach § 287 Abs. 2 InsO drei Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens; das gilt für alle Verfahren, die seit dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden. Nach Ablauf entscheidet das Amtsgericht Lübeck über die Restschuldbefreiung, sofern kein Gläubiger einen Versagungsgrund nach § 290 InsO nachweist, etwa falsche Angaben im Vermögensverzeichnis. Hinzu kommt die Zeit für den außergerichtlichen Einigungsversuch und die gerichtliche Prüfung des Antrags vor der Eröffnung. Während der drei Jahre müssen Sie die Obliegenheiten des § 295 InsO einhalten.

Die Erstberatung für Verbraucher ist nach § 34 RVG auf höchstens 190 Euro zuzüglich Umsatzsteuer gedeckelt. Bei geringem Einkommen können Sie beim Amtsgericht Lübeck einen Beratungshilfeschein beantragen; dann trägt die Landeskasse Schleswig-Holstein die Vergütung, Ihr Eigenanteil liegt nach § 44 RVG bei 15 Euro. Die anwaltliche Begleitung der Verbraucherinsolvenz wird meist als Pauschale von etwa 1.000 bis 2.500 Euro vereinbart. Die Verfahrenskosten selbst können nach § 4a InsO gestundet werden, sodass das Verfahren auch ohne eigenes Vermögen eröffnet wird.

Melden Sie die Forderung nach § 174 InsO schriftlich mit Belegen bei der vom Amtsgericht Lübeck bestellten Insolvenzverwaltung an, nicht beim Gericht. Die Frist steht im Eröffnungsbeschluss und beträgt nach § 28 InsO zwei Wochen bis drei Monate. Ob sich anwaltliche Hilfe lohnt, hängt von der Forderungshöhe und von Sicherheiten ab: Bei Eigentumsvorbehalt können Sie nach § 47 InsO die Ware herausverlangen, statt auf die Quote zu warten. Prüfen lassen sollten Sie auch, ob Zahlungen der letzten drei Monate vor dem Antrag anfechtbar sind.

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