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Verkehrsrecht Augsburg

Anwältin oder Anwalt für Verkehrsrecht in Augsburg: Bußgeld, Unfall, Führerschein

In Augsburg beginnt eine Frage zum Verkehrsrecht meist mit Post im Briefkasten: ein Bußgeldbescheid nach einer Messung entlang der B 17, ein Schreiben der gegnerischen Haftpflichtversicherung nach einem Auffahrunfall am Königsplatz oder eine Anhörung der Führerscheinstelle.

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Verkehrsrecht Augsburg
Redaktion anwaltvergleich.de 12 Min. Lesedauer Redaktionell geprüft 24.08.2026

In Augsburg beginnt eine Frage zum Verkehrsrecht meist mit Post im Briefkasten: ein Bußgeldbescheid nach einer Messung entlang der B 17, ein Schreiben der gegnerischen Haftpflichtversicherung nach einem Auffahrunfall am Königsplatz oder eine Anhörung der Führerscheinstelle. In allen drei Fällen laufen ab dem Zustellungstag Fristen, die sich später nicht mehr heilen lassen – die kürzeste beträgt zwei Wochen.

Die drittgrößte Stadt Bayerns mit rund 303.150 Einwohnerinnen und Einwohnern bündelt Pendelverkehr aus dem Landkreis Augsburg und aus Aichach-Friedberg, Fernverkehr über die nahe A 8 zwischen München und Stuttgart sowie ein dichtes Straßenbahnnetz, dessen Schienen in vielen Hauptstraßen liegen. Aus dieser Mischung entstehen typische Konstellationen: Kollisionen zwischen Rad- und Autoverkehr, Stürze auf Gleiskörpern, Abstands- und Geschwindigkeitsverstöße auf den Ausfallstraßen.

Eine Anwältin oder ein Anwalt für Verkehrsrecht in Augsburg ordnet ein, welches der drei Verfahren – Bußgeld, Strafverfahren, Schadenersatz – gerade das größte Risiko trägt, nimmt Akteneinsicht und rechnet aus, ob ein Einspruch sinnvoll ist. Zuständig sind für Verkehrssachen das Amtsgericht Augsburg und, ab einem Streitwert von 10.000 Euro, das Landgericht Augsburg. Wer die Fristen kennt und seine Unterlagen früh sortiert, verhandelt aus einer deutlich besseren Position.

Auf einen Blick

Zuständige Gerichte
Amtsgericht Augsburg, Landgericht Augsburg
Wichtige Gesetze
§ 7 StVG, § 823 BGB, § 315c StGB, § 316 StGB
Kosten
Erstberatung häufig günstig · weitere Kosten nach RVG/Streitwert (Anwaltsgebühren zzgl. Umsatzsteuer nach Nr. 7008 VV RVG)

Zuständige Gerichte

  • Amtsgericht Augsburg, Am Alten Einlaß 1, 86150 Augsburg
  • Landgericht Augsburg, Am Alten Einlaß 1, 86150 Augsburg

Angaben aus den Justizportalen der Länder, zuletzt geprüft am 06.06.2026.

Begutachtungsstellen für Fahreignung in Augsburg

Diese Stellen sind amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (Anlage 14 FeV) und führen die medizinisch-psychologische Untersuchung durch. Welche Stelle Sie beauftragen, wählen Sie selbst — die Fahrerlaubnisbehörde gibt keine vor. Das Gutachten geht an Sie; erst Sie entscheiden, ob Sie es der Behörde vorlegen.

  • pima-mpu GmbH Schaezlerstraße 2, 86150 Augsburg, Telefon 0821 / 2461636 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
  • TÜV SÜD Life Service GmbH Halderstraße 16, 86150 Augsburg, Telefon 0821 / 3432911 Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

Verzeichnis der amtlich anerkannten Begutachtungsstellen (bast.de), geprüft am 15.08.2026.

Anwältin oder Anwalt für Verkehrsrecht in Augsburg: Bußgeld, Unfall und Führerschein

Augsburg zählt rund 303.150 Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt Bayerns sowie Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Schwaben. Der Verkehr hier hat eine eigene Signatur: eine als Schnellstraße geführte B 17 mitten durch das Stadtgebiet, die nahe A 8 als Achse zwischen München und Stuttgart, eine seit 2009 bestehende Umweltzone und ein Straßenbahnnetz, dessen Gleise sich viele Fahrbahnen mit Rad- und Autoverkehr teilen. Entsprechend breit ist das Feld, das Kanzleien für Verkehrsrecht in Augsburg abdecken.

Das Verkehrsrecht steht in keinem einzelnen Gesetzbuch, sondern verteilt sich auf drei Bereiche, die nach einem einzigen Vorfall gleichzeitig laufen können. Das Ordnungswidrigkeitenrecht erfasst Verstöße wie Geschwindigkeit, Abstand oder Rotlicht. Das Strafrecht greift bei Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB) oder bei Trunkenheit am Steuer (§ 316 StGB); ab 1,1 Promille gilt nach ständiger Rechtsprechung absolute Fahruntüchtigkeit. Das Zivilrecht klärt, wer den Schaden trägt – über die Halterhaftung des § 7 StVG und die Verschuldenshaftung des § 823 BGB.

Welches Gericht entscheidet, hängt vom Verfahren ab. Über den Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid verhandelt das Amtsgericht Augsburg (§ 68 OWiG); dort werden auch die amtsgerichtlichen Verkehrsstrafsachen geführt. Zivile Schadenersatzklagen gehen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro ebenfalls an das Amtsgericht Augsburg, darüber an das Landgericht Augsburg – diese Wertgrenze wurde zum 1. Januar 2026 in § 23 Nr. 1 GVG von 5.000 auf 10.000 Euro angehoben. Das Landgericht Augsburg ist zugleich Berufungsinstanz für Zivilurteile des Amtsgerichts (§ 72 GVG). Im Verkehrsrecht heißt das praktisch: Ein Heckschaden über 6.000 Euro bleibt beim Amtsgericht, ein schwerer Personenschaden landet beim Landgericht Augsburg.

Parallel dazu arbeitet die Verwaltung. Punkte werden im Fahreignungsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg geführt; bei acht Punkten ist die Fahrerlaubnis zwingend zu entziehen (§ 4 Abs. 5 StVG). Weil Augsburg kreisfrei ist, führt die Stadt ihre Fahrerlaubnisbehörde selbst – die Führerscheinstelle prüft die Eignung unabhängig davon, wie ein Strafverfahren ausgeht. Genau diese Doppelspur macht das Verkehrsrecht tückisch: Eine Einstellung beim Amtsgericht Augsburg schützt nicht automatisch vor einer Anordnung zur medizinisch-psychologischen Untersuchung.

Bußgeldbescheid in Augsburg: Einspruch und Fristen

Bußgeldbescheide erreichen Augsburgerinnen und Augsburger aus zwei Richtungen. Für den ruhenden Verkehr und die kommunale Verkehrsüberwachung ist die Bußgeldstelle der Stadt Augsburg zuständig, für polizeilich angezeigte Verstöße die Zentrale Bußgeldstelle des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts. Für den Einspruch macht das keinen Unterschied: Er ist innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung bei der Behörde einzulegen, die den Bescheid erlassen hat (§ 67 Abs. 1 OWiG). Maßgeblich ist das Datum auf dem Zustellungsumschlag, nicht das Datum des Bescheids – im Verkehrsrecht scheitern Einsprüche häufiger an diesem Detail als an der Sache selbst.

Fristen-Rechner Ermitteln Sie das Ende gesetzlicher oder vertraglicher Fristen.

Ein zweites Zeitfenster arbeitet zugunsten der Betroffenen: Verkehrsordnungswidrigkeiten verjähren nach § 26 Abs. 3 StVG grundsätzlich in drei Monaten, bis der Bußgeldbescheid erlassen ist; danach verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Unterbrechungen, etwa durch die Anhörung, setzen die Frist neu in Gang. Ob eine Verfolgungsverjährung eingetreten ist, lässt sich seriös erst nach Akteneinsicht beurteilen – ein Standardschritt, den eine Kanzlei für Verkehrsrecht zu Beginn jedes Mandats einleitet.

Nach der Akteneinsicht wird geprüft, ob der Vorwurf überhaupt trägt. Typische Ansatzpunkte:

  • Eichgültigkeit und Wartungsnachweise des eingesetzten Messgeräts
  • Schulungsnachweis der Messbeamtinnen und Messbeamten
  • Einhaltung des standardisierten Messverfahrens samt Aufbau- und Messprotokoll
  • Abzug der vorgeschriebenen Messtoleranz vom gemessenen Wert
  • Erkennbarkeit der fahrenden Person auf dem Beweisfoto
  • Ordnungsgemäße Anhörung und wirksame Zustellung des Bescheids
  • Beschilderung und Sichtbarkeit des Tempolimits an der konkreten Messstelle

Legt man Einspruch ein, prüft die Bußgeldbehörde zunächst selbst. Hilft sie nicht ab, geht die Akte über die Staatsanwaltschaft an das Amtsgericht Augsburg, das nach § 71 OWiG in der Hauptverhandlung entscheidet. Zu wissen ist: Das Gericht ist an die Höhe der Geldbuße im Bescheid nicht gebunden und kann auch verschärfen. Der Einspruch lässt sich bis zur Verkündung des Urteils zurücknehmen. Gegen das Urteil ist nur die Rechtsbeschwerde nach § 79 OWiG möglich, und die ist bei geringen Geldbußen an enge Zulassungsvoraussetzungen geknüpft.

Häufiger Anlass für einen Einspruch ist nicht die Geldbuße, sondern das Fahrverbot nach § 25 StVG, das ein bis drei Monate dauert. Bei beruflicher Härte kann davon abgesehen werden, meist gegen eine deutlich erhöhte Geldbuße. Wer in den zwei Jahren zuvor kein Fahrverbot hatte, darf den Führerschein innerhalb von vier Monaten selbst abgeben und den Zeitraum planen (§ 25 Abs. 2a StVG) – für Pendlerinnen und Pendler zwischen Augsburg und München oft der entscheidende Punkt. Weitere Erläuterungen finden Sie in unserem Ratgeber.

So finden Sie die passende Kanzlei für Verkehrsrecht in Augsburg

Die Bezeichnung „Fachanwältin für Verkehrsrecht“ oder „Fachanwalt für Verkehrsrecht“ darf nur führen, wer nach der Fachanwaltsordnung einen mehrwöchigen Lehrgang absolviert, eine schriftliche Prüfung bestanden und eine festgelegte Mindestzahl bearbeiteter Fälle aus allen Teilbereichen nachgewiesen hat – Bußgeld, Verkehrsstrafrecht, Haftung und Versicherungsrecht. Der Titel ist kein Qualitätsversprechen im Einzelfall, aber ein belastbarer Hinweis auf regelmäßige Praxis in genau diesen Verfahren.

Für die Auswahl einer Kanzlei in Augsburg helfen konkrete Kriterien mehr als Bauchgefühl:

  • Schwerpunkt: Wird überwiegend verteidigt (Bußgeld, Strafrecht) oder überwiegend reguliert (Unfallschäden)?
  • Erfahrung mit den vor Ort eingesetzten Messverfahren und mit Verfahren am Amtsgericht Augsburg
  • Erreichbarkeit für Termine am Amtsgericht oder Landgericht Augsburg ohne langes Anreisen
  • Klare Aussage zur Vergütung vor dem Mandat: gesetzliche Gebühren nach RVG oder Vergütungsvereinbarung
  • Bereitschaft, die Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung selbst zu stellen
  • Verständliche Einschätzung der Erfolgsaussichten, einschließlich der Risiken eines Einspruchs

Auf anwaltvergleich.de lässt sich der Kreis nach Ort und Rechtsgebiet eingrenzen: Sie wählen Augsburg und das Rechtsgebiet Verkehrsrecht, sehen Schwerpunkte und Bewertungen und nehmen direkt Kontakt auf. Eine Übersicht der Kanzleien führt die Seite Anwalt in Augsburg. Die Plattform vermittelt Kontakte und erteilt selbst keine Auskunft zu Ihrem Fall.

Für das erste Gespräch gilt eine gesetzliche Obergrenze: Die Erstberatung von Verbraucherinnen und Verbrauchern kostet höchstens 190 Euro netto (§ 34 Abs. 1 Satz 3 RVG). Bringen Sie den vollständigen Bescheid samt Umschlag, das Unfallprotokoll oder die Anhörung der Führerscheinstelle mit sowie Ihre Versicherungsnummer. Je vollständiger die Unterlagen, desto belastbarer die Einschätzung – im Verkehrsrecht hängt vieles an Daten, die auf genau diesen Dokumenten stehen.

Unfall mit Personenschaden in Augsburg: Schmerzensgeld durchsetzen

Wer bei einem Unfall verletzt wird, kann neben dem materiellen Schaden ein Schmerzensgeld verlangen (§ 253 Abs. 2 BGB). Die Halterin oder der Halter haftet dabei bereits nach § 7 StVG allein wegen der Betriebsgefahr des Fahrzeugs, also ohne Verschulden; nur höhere Gewalt schließt diese Haftung aus. Kommt Verschulden hinzu, greift zusätzlich § 823 BGB. Ansprüche lassen sich nach § 115 VVG direkt gegen den Haftpflichtversicherer richten. Im Augsburger Stadtgebiet betrifft das oft Stürze von Radfahrenden an Straßenbahngleisen oder Kollisionen an Kreuzungen der Ausfallstraßen – Konstellationen, in denen das Verkehrsrecht die Haftung häufig quotelt statt sie einer Seite ganz zuzuweisen.

Die Höhe des Schmerzensgeldes steht in keinem Gesetz. Gerichte orientieren sich an veröffentlichten Entscheidungen zu vergleichbaren Verletzungen und gewichten Art und Dauer der Behandlung, Krankenhausaufenthalte, bleibende Einschränkungen, das Alter der verletzten Person und das Regulierungsverhalten des Versicherers. Belastbar wird die Forderung erst mit lückenloser Dokumentation: Befundberichte, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Reha-Unterlagen, ein Schmerztagebuch. Wer im Verkehrsrecht ohne diese Grundlage fordert, verhandelt gegen einen Versicherer, der genau darauf achtet.

Zum Personenschaden gehören weitere Positionen: Verdienstausfall einschließlich entgangenen Gewinns (§ 252 BGB), Haushaltsführungsschaden, Fahrtkosten zu Behandlungen, Zuzahlungen und Kosten vermehrter Bedürfnisse. Sind Spätfolgen möglich, ist eine Feststellungsklage sinnvoll, damit künftige Schäden nicht an der Verjährung scheitern. Leistungen von Krankenkasse oder Rentenversicherung gehen nach § 116 SGB X auf den Träger über und dürfen nicht doppelt geltend gemacht werden.

Ansprüche verjähren regelmäßig in drei Jahren ab dem Schluss des Jahres, in dem der Schaden und die haftende Person bekannt wurden (§§ 195, 199 BGB). Laufende Verhandlungen mit dem Versicherer hemmen die Verjährung (§ 203 BGB) – wichtig, wenn die Regulierung sich über Jahre zieht. Kommt es zur Klage, entscheidet bis 10.000 Euro das Amtsgericht Augsburg, darüber das Landgericht Augsburg, wo nach § 78 ZPO anwaltliche Vertretung vorgeschrieben ist.

Kosten im Verkehrsrecht und Rechtsschutzversicherung in Augsburg

Anwaltliche Vergütung richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. In Zivilsachen bemisst sie sich am Gegenstandswert, in Bußgeld- und Strafsachen an Betragsrahmen, innerhalb derer Umfang und Schwierigkeit den Ausschlag geben. Die Erstberatung ist für Verbraucherinnen und Verbraucher auf 190 Euro netto gedeckelt (§ 34 Abs. 1 Satz 3 RVG). Wer im Verkehrsrecht früh nach der Gebührengrundlage fragt, kann die Kosten vor der Beauftragung einordnen.

Gebührengrundlagen und Kostentragung in Augsburger Verkehrssachen
Verfahren / GegenstandswertGebührengrundlageWer trägt die Kosten
Erstberatung Verbraucher§ 34 Abs. 1 Satz 3 RVG, höchstens 190 Euro nettoRatsuchende bzw. Rechtsschutzversicherung
BußgeldverfahrenBetragsrahmengebühren Nr. 5100 ff. VV RVGBei Freispruch oder Einstellung die Staatskasse (§ 467 StPO i. V. m. § 46 OWiG)
Verkehrsstrafverfahren (§ 315c, § 316 StGB)Rahmengebühren Nr. 4100 ff. VV RVGBei Verurteilung die verurteilte Person (§ 465 StPO)
Außergerichtliche UnfallregulierungGeschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG nach GegenstandswertBei voller Haftung der gegnerische Haftpflichtversicherer (§ 249 BGB)
Zivilklage bis 10.000 EuroVerfahrens- und Terminsgebühr Nr. 3100, 3104 VV RVG; Amtsgericht AugsburgDie unterliegende Partei (§ 91 ZPO)
Zivilklage über 10.000 EuroWie vor; Landgericht Augsburg, Anwaltszwang nach § 78 ZPODie unterliegende Partei, bei Teilerfolg quotal (§ 92 ZPO)
Prozesskosten-Rechner Schaetzen Sie Gerichts- und Anwaltskosten nach Streitwert (RVG/GKG).

Die Kostentragung folgt also je Verfahrensart einer eigenen Regel. Im Zivilprozess zahlt, wer unterliegt (§ 91 ZPO), bei geteilter Haftungsquote wird gequotelt. Im Bußgeldverfahren übernimmt die Staatskasse die notwendigen Auslagen nur bei Freispruch oder Einstellung; bleibt der Bescheid bestehen, trägt die betroffene Person Gebühren und Auslagen selbst. Das ist der Grund, warum im Verkehrsrecht vor jedem Einspruch eine nüchterne Abwägung zwischen Bußgeldhöhe, Punkten, drohendem Fahrverbot und Kostenrisiko steht.

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung deckt üblicherweise die Verteidigung im Bußgeld- und Verkehrsstrafverfahren sowie die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen. Bei vorsätzlich begangenen Straftaten entfällt der Schutz rückwirkend, wenn es zur rechtskräftigen Verurteilung wegen Vorsatzes kommt; bei Fahrlässigkeit oder Freispruch bleibt es bei der Übernahme. Ordnungswidrigkeiten sind in der Regel auch bei vorsätzlicher Begehung gedeckt. Nicht erstattet werden Geldbußen, Geldstrafen und Auflagen – diese Grenze ist im Verkehrsrecht ausnahmslos.

Wichtig ist die Reihenfolge: Deckungsanfrage vor der Beauftragung, damit Selbstbeteiligung und Umfang feststehen. Ohne Versicherung kommen bei geringem Einkommen Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe in Betracht; beides wird beim Amtsgericht Augsburg beantragt. Nach einem unverschuldeten Unfall gehören die Anwaltskosten ohnehin zum ersatzfähigen Schaden nach § 249 BGB und werden vom Haftpflichtversicherer des Unfallgegners getragen.

Nach einem Verkehrsunfall in Augsburg: Schadensregulierung und Ansprüche

An der Unfallstelle zählt zuerst die Absicherung, danach die Beweislage: Fotos der Endstellung, Bremsspuren, Beschilderung, Kontaktdaten von Zeuginnen und Zeugen. Bei Personenschäden oder unklarem Hergang ist die Polizei hinzuzuziehen. Wer sich vom Unfallort entfernt, bevor Feststellungen möglich waren, riskiert ein Strafverfahren wegen unerlaubten Entfernens nach § 142 StGB – bei bedeutendem Fremdschaden droht zusätzlich die Entziehung der Fahrerlaubnis über § 69 StGB. In Augsburg spielt die Beweissicherung eine besondere Rolle, wenn eine Straßenbahn beteiligt ist: Schienenfahrzeuge haben einen deutlich längeren Bremsweg, was die Haftungsverteilung verschiebt.

Ersatzfähig ist nach § 249 BGB der gesamte Schaden. Typische Positionen bei einem Augsburger Verkehrsunfall:

  • Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungsaufwand bei wirtschaftlichem Totalschaden
  • Kosten eines selbst beauftragten Sachverständigengutachtens
  • Merkantile Wertminderung bei jüngeren Fahrzeugen
  • Mietwagenkosten oder Nutzungsausfallentschädigung für die Ausfallzeit
  • Abschlepp-, Standgeld- und Zulassungskosten
  • Anwaltskosten als Teil des Schadens bei voller Haftung der Gegenseite
  • Verdienstausfall und Behandlungskosten bei Verletzungen

Steht die Schuldfrage nicht fest, wird abgewogen. § 17 StVG verlangt bei Beteiligung mehrerer Fahrzeuge eine Abwägung der Verursachungsbeiträge; die Betriebsgefahr fließt dabei auch dann ein, wenn die Fahrweise nicht zu beanstanden war. Kommt schuldhaftes Verhalten hinzu, tritt § 823 BGB neben die Halterhaftung. Ergebnis sind die im Verkehrsrecht geläufigen Quoten, bei denen jede Seite einen Teil des eigenen Schadens trägt.

Bei der Abrechnung besteht ein Wahlrecht: reparieren lassen und konkret abrechnen oder auf Gutachtenbasis fiktiv abrechnen. Nach der Rechtsprechung darf ein Fahrzeug auch dann repariert werden, wenn die Kosten den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30 Prozent übersteigen – vorausgesetzt, es wird fachgerecht instandgesetzt und weitergenutzt. Sachverständige und Werkstatt dürfen Geschädigte grundsätzlich selbst auswählen; dem Versicherer ist eine angemessene Prüffrist zuzugestehen, bevor Verzug eintritt. Bleibt die Regulierung streitig, führt der Weg zum Amtsgericht Augsburg oder, ab 10.000 Euro Streitwert, zum Landgericht Augsburg.

Ob Bußgeld, Führerscheinfrage oder Unfallregulierung: Der erste Schritt ist immer die Prüfung der laufenden Fristen, der zweite die Akteneinsicht. Passende Kanzleien für Verkehrsrecht in der drittgrößten Stadt Bayerns finden Sie über Anwalt in Augsburg. Bitte beachten Sie: anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung. Dieser Text ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls durch eine Anwältin oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Redaktionell geprüft 24.08.2026

Bei klarer Haftung zahlt der Haftpflichtversicherer der Unfallgegnerin oder des Unfallgegners. Sie können ihn nach § 115 VVG direkt in Anspruch nehmen, ohne sich mit der schädigenden Person auseinanderzusetzen. Ersetzt wird nach § 249 BGB der gesamte Schaden: Reparatur oder Wiederbeschaffungsaufwand, Gutachterkosten, Wertminderung, Mietwagen oder Nutzungsausfall, Abschleppkosten sowie die Anwaltskosten. Ist die Schuldfrage offen, wird nach § 17 StVG abgewogen, und beide Seiten tragen eine Quote – häufig wirkt sich schon die Betriebsgefahr des eigenen Fahrzeugs aus.

Ein Fahrverbot von einem bis drei Monaten kommt nach § 25 StVG bei grober oder beharrlicher Pflichtverletzung in Betracht, etwa bei deutlicher Geschwindigkeitsüberschreitung, Rotlichtverstoß mit Rotphase über einer Sekunde, erheblichem Abstandsverstoß oder ab 0,5 Promille nach § 24a StVG. Als Nebenstrafe kann das Gericht ein Fahrverbot zusätzlich nach § 44 StGB verhängen. Bei beruflicher Härte ist ein Absehen möglich, meist gegen eine erhöhte Geldbuße. Wer in den zwei Jahren zuvor kein Fahrverbot hatte, kann den Beginn innerhalb von vier Monaten selbst wählen (§ 25 Abs. 2a StVG).

Es gibt zwei Wege. Das Strafgericht – in Augsburg regelmäßig das Amtsgericht Augsburg – entzieht die Fahrerlaubnis nach § 69 StGB und setzt eine Sperrfrist von sechs Monaten bis fünf Jahren fest (§ 69a StGB). Unabhängig davon entzieht die Führerscheinstelle der Stadt Augsburg bei acht Punkten (§ 4 Abs. 5 StVG) oder bei Eignungszweifeln. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung wird ab 1,6 Promille angeordnet, nach einer einmaligen Trunkenheitsfahrt aber schon ab 1,1 Promille, wenn keine Ausfallerscheinungen dokumentiert sind (BVerwG, 17.03.2021, 3 C 3.20). Die Neuerteilung erfolgt nur auf Antrag.

Ein Verkehrsrechtsschutz deckt in der Regel die Verteidigung im Bußgeld- und Verkehrsstrafverfahren sowie die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen. Ordnungswidrigkeiten sind meist auch bei vorsätzlicher Begehung gedeckt. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat entfällt der Schutz rückwirkend; bei Fahrlässigkeit oder Freispruch bleibt es bei der Übernahme. Geldbußen, Geldstrafen und Auflagen zahlt die Versicherung nie. Holen Sie die Deckungszusage vor der Beauftragung ein und klären Sie die Selbstbeteiligung. Nach einem unverschuldeten Unfall trägt ohnehin der gegnerische Haftpflichtversicherer die Anwaltskosten nach § 249 BGB.

Zwei Wochen ab Zustellung, § 67 Abs. 1 OWiG. Einzulegen ist der Einspruch bei der Behörde, die den Bescheid erlassen hat – je nach Fall die Bußgeldstelle der Stadt Augsburg oder die Zentrale Bußgeldstelle des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts. Maßgeblich ist das Datum auf dem Zustellungsumschlag, den Sie deshalb aufbewahren sollten. Wird die Frist unverschuldet versäumt, hilft nur Wiedereinsetzung nach § 52 OWiG. Ohne Einspruch wird der Bescheid rechtskräftig und vollstreckbar; mit Einspruch entscheidet nach Aktenvorlage das Amtsgericht Augsburg.

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