Strafverteidigung in Bremen: Anwältin oder Anwalt für Strafrecht finden
Ein Ermittlungsverfahren trifft viele Menschen in Bremen unvorbereitet. Ob ein Vorwurf der Körperverletzung nach § 223 StGB, des Diebstahls nach § 242 StGB oder des Betrugs nach § 263 StGB im Raum steht – entscheidend ist, früh anwaltlichen Beistand zu suchen. Als Stadtstaat unterhält Bremen eine eigene Justizverwaltung; die Staatsanwaltschaft Bremen leitet die Ermittlungen, die später vor den Bremer Strafgerichten verhandelt werden.
Eine Anwältin oder ein Anwalt für Strafrecht in Bremen prüft zunächst, was der Tatvorwurf genau umfasst und welche Beweise vorliegen. Über das Akteneinsichtsrecht nach § 147 StPO verschafft sich die Verteidigung Einblick in die Ermittlungsakte – ein Recht, das Beschuldigten selbst in der Regel verwehrt bleibt. Erst danach lässt sich eine Strategie festlegen, statt vorschnell zu reden.
Bremen ist mit Bremerhaven ein Zwei-Städte-Staat, doch für das Stadtgebiet Bremen sind die in der Stadt ansässigen Gerichte zuständig. Wer eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Strafrecht sucht, findet in der Hansestadt spezialisierte Kanzleien, die regelmäßig vor dem Amtsgericht Bremen und dem Landgericht Bremen auftreten und die örtliche Spruchpraxis kennen.
Vorladung, Durchsuchung oder Anklage in Bremen: Wie Sie richtig reagieren
Flattert eine polizeiliche Vorladung ins Haus, besteht für Beschuldigte keine Pflicht, bei der Polizei zu erscheinen oder auszusagen. Das Aussageverweigerungsrecht nach § 136 StPO gilt von der ersten Vernehmung an, und § 163a StPO überträgt diese Schutzrechte auch auf Vernehmungen durch die Polizei in Bremen. Sinnvoll ist, den Termin über eine Anwältin oder einen Anwalt absagen oder verschieben zu lassen.
Bei einer Hausdurchsuchung sollten Betroffene Ruhe bewahren. In der Regel ist ein richterlicher Beschluss erforderlich; nur bei Gefahr im Verzug dürfen Beamte ohne diesen handeln (§ 105 StPO). Verlangen Sie den Beschluss zu sehen, widersprechen Sie der Sicherstellung ausdrücklich zu Protokoll und unterschreiben Sie nichts, dessen Tragweite Sie nicht überblicken.
- Keine Angaben zur Sache machen, bevor die Verteidigung Akteneinsicht hatte.
- Namen und Dienststelle der ermittelnden Beamten notieren.
- Bei einer Durchsuchung den Beschluss zeigen lassen und der Maßnahme widersprechen.
- Sichergestellte Gegenstände auf der Liste festhalten lassen.
- Zeuginnen und Zeugen sowie deren Kontaktdaten merken.
- Frühzeitig eine Strafverteidigung in Bremen kontaktieren.
Wird später Anklage zum Amtsgericht oder Landgericht Bremen erhoben, beginnt das Hauptverfahren. Bis dahin lässt sich vieles steuern – mitunter wird ein Verfahren nach § 153 oder § 153a StPO eingestellt, bevor es überhaupt zur Hauptverhandlung kommt.
So finden Sie die passende Strafverteidigung in Bremen
Die Wahl der Verteidigung ist Vertrauenssache. Achten Sie darauf, ob die Kanzlei einen Schwerpunkt im Strafrecht hat oder den Titel Fachanwältin beziehungsweise Fachanwalt für Strafrecht führt. Diese Bezeichnung setzt nach der Fachanwaltsordnung besondere theoretische Kenntnisse und eine Mindestzahl bearbeiteter Strafverfahren voraus – ein verlässliches Signal für Erfahrung mit den Bremer Gerichten.
Für Ratsuchende in Bremen ist auch die örtliche Nähe praktisch: Eine Kanzlei, die regelmäßig am Hanseatischen Oberlandesgericht in Bremen oder am Landgericht auftritt, kennt die handelnden Personen und die Abläufe vor Ort. Über die Übersicht Anwalt in Bremen lassen sich Kanzleien nach Rechtsgebiet vergleichen; weiterführende Erklärungen finden Sie im Ratgeber.
- Spezialisierung auf Strafrecht oder Fachanwaltstitel prüfen.
- Erreichbarkeit auch außerhalb der Bürozeiten – Festnahmen warten nicht.
- Erfahrung mit dem konkreten Vorwurf (z. B. Verkehrs-, Wirtschafts- oder Betäubungsmittelstrafrecht).
- Klare Aussage zu den voraussichtlichen Kosten und zur Vergütung.
- Bewertungen früherer Mandantinnen und Mandanten.
- Persönlicher Eindruck im Erstgespräch.
So gehen Sie über anwaltvergleich.de vor: Sie wählen das Rechtsgebiet Strafrecht und die Stadt Bremen, vergleichen die angezeigten Kanzleien und senden Ihre Anfrage über das Kontaktformular. Die Plattform stellt den Kontakt her – die Beratung selbst übernimmt die jeweilige Kanzlei.
Untersuchungshaft in Bremen: Rechte und schnelles Handeln
Kommt es zu einer Festnahme, muss die festgenommene Person nach § 128 StPO spätestens am Tag nach der Festnahme einem Richter des Amtsgerichts Bremen vorgeführt werden. Dort wird über den Erlass oder die Vollstreckung eines Haftbefehls entschieden. Untersuchungshaft setzt einen dringenden Tatverdacht und einen Haftgrund voraus, etwa Flucht- oder Verdunkelungsgefahr nach § 112 StPO.
Gerade jetzt zählt jede Stunde: Eine Strafverteidigung kann eine Haftprüfung nach § 117 StPO oder eine Haftbeschwerde beantragen und auf die Aussetzung des Vollzugs gegen Auflagen hinwirken. In dieser Phase ist anwaltlicher Beistand besonders wichtig, weil Beschuldigte in der Justizvollzugsanstalt Bremen nur eingeschränkt selbst handeln können.
Wer wegen eines schweren Vorwurfs in Untersuchungshaft sitzt, hat zudem Anspruch auf eine Pflichtverteidigung. In Haftsachen wird nach § 140 StPO regelmäßig eine notwendige Verteidigung angenommen – die Bestellung einer Verteidigerin oder eines Verteidigers ist dann unabhängig vom eigenen Einkommen gesichert.
Strafbefehl in Bremen: Einspruch und Fristen
Bei kleineren Delikten beantragt die Staatsanwaltschaft Bremen häufig einen Strafbefehl, den das Amtsgericht Bremen ohne Hauptverhandlung erlässt. Darin wird etwa eine Geldstrafe in Tagessätzen festgesetzt. Wer den Strafbefehl unwidersprochen lässt, akzeptiert ihn – er wird dann rechtskräftig und steht einem Urteil gleich, samt Eintrag, sofern die Eintragungsgrenzen überschritten sind.
Entscheidend ist die Frist: Gegen einen Strafbefehl kann binnen zwei Wochen ab Zustellung Einspruch eingelegt werden (§ 410 StPO). Versäumen Sie diese Frist, wird der Strafbefehl bindend. Eine Anwältin oder ein Anwalt prüft, ob ein vollständiger Einspruch sinnvoll ist oder ob er sich auf die Höhe der Tagessätze beschränken lässt.
Der Einspruch führt grundsätzlich zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Bremen. Dort kann das Verfahren auch eingestellt oder der Strafbefehl zugunsten der oder des Angeklagten abgeändert werden. Wichtig zu wissen: Das Gericht ist an die ursprüngliche Strafhöhe nicht gebunden – eine fundierte Einschätzung der Verteidigung ist daher vor jedem Einspruch ratsam.
Kosten der Strafverteidigung und Pflichtverteidigung in Bremen
Die Vergütung einer Wahlverteidigung richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) oder nach einer individuellen Vergütungsvereinbarung. Im Strafrecht gibt es keine Streitwert-Gebühren wie im Zivilrecht, sondern Rahmengebühren je Verfahrensabschnitt. Innerhalb des Rahmens bestimmt die Anwältin oder der Anwalt die Höhe nach Umfang und Schwierigkeit – in Bremen wie überall in Deutschland.
| Verfahrensabschnitt | Gebühr nach VV RVG | ca. Rahmen |
|---|---|---|
| Grundgebühr (erstmalige Einarbeitung) | Nr. 4100 | ca. 49–319 € |
| Verfahrensgebühr Ermittlungsverfahren | Nr. 4104 | ca. 44–319 € |
| Verfahrensgebühr 1. Instanz Amtsgericht | Nr. 4106 | ca. 44–319 € |
| Terminsgebühr Hauptverhandlung Amtsgericht | Nr. 4108 | ca. 73–532 € |
Die genannten Beträge sind gesetzliche Rahmen; die tatsächlichen Gesamtkosten hängen vom Verlauf des Verfahrens ab und können bei einer Vergütungsvereinbarung höher liegen. Lassen Sie sich im Erstgespräch eine Einschätzung geben.
Einen Anspruch auf Pflichtverteidigung haben Beschuldigte in den Fällen der notwendigen Verteidigung nach § 140 StPO, etwa bei schweren Vorwürfen, einem Verfahren vor dem Landgericht Bremen oder in Haftsachen. Die Bestellung erfolgt durch das Gericht; ein Wunschverteidiger kann benannt werden. Wer wenig Einkommen hat, sollte zudem nach Beratungs- und Prozesskostenhilfe fragen.
Über die Übersicht Anwalt in Bremen finden Sie spezialisierte Kanzleien für Strafrecht und können unverbindlich anfragen. Bitte beachten Sie: anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung.