Ratgeber Erbrecht

Aktuelle Urteile, Gesetzesänderungen und Rechtstipps zum Thema Erbrecht — verständlich aufbereitet von unserer Redaktion.

2 Artikel zu Erbrecht

Erbrecht: Vermögen klar regeln, Streit vermeiden

Das Erbrecht regelt, was nach dem Tod mit Vermögen, Immobilien, Unternehmen und Schulden passiert. Es gehört zu den emotional belastetsten Rechtsgebieten — Streit zwischen Geschwistern, vergessene Pflichtteilsansprüche, unklare Testamente lösen jahrelange Konflikte aus. Wer rechtzeitig regelt, schützt seine Familie. Wer als Erbe konfrontiert wird, sollte schnell handeln — Erbausschlagung, Pflichtteilsklage und Erbschaftsteuer haben enge Fristen.

Häufige Themen im Erbrecht

  • Testament: Eigenhändig geschrieben und unterschrieben oder notariell beurkundet. Berliner Testament (gegenseitige Einsetzung der Ehegatten) — beliebt, aber mit Pflichtteilsrisiko der Kinder. Schenkungen zu Lebzeiten als Gestaltungsmittel.
  • Gesetzliche Erbfolge: Ohne Testament gilt das BGB — Ehegatte und Kinder erben, bei kinderlosen Ehen erben Eltern oder Geschwister mit. Erbverzicht möglich, muss notariell beurkundet sein.
  • Pflichtteil: Enterbte Kinder, Ehegatten und Eltern haben Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils — als Geldanspruch, nicht als Erbschaft. Verjährung: drei Jahre nach Kenntnis von Erbfall und Enterbung.
  • Erbschaft annehmen oder ausschlagen: Sechs Wochen Frist nach Kenntnis vom Erbfall — bei Schulden oder unbekanntem Vermögen ist Ausschlagung oft sinnvoll. Beim Notar oder Nachlassgericht zu erklären.
  • Erbschaftsteuer: Freibeträge: Ehegatten 500.000 €, Kinder 400.000 €, Enkel 200.000 €. Übersteigender Wert wird mit 7-30 % besteuert (Steuerklasse I). Vorausplanung über Schenkungen senkt die Steuerlast erheblich.

Wann ein Fachanwalt für Erbrecht hilft

Bei jeder Erbschaft über 100.000 € oder mit Immobilien, Unternehmensanteilen oder mehreren Erben lohnt sich anwaltliche Begleitung. Pflichtteilsberechtigte sollten ihre Ansprüche fristgerecht durchsetzen — verjährte Pflichtteile sind verloren. Auch bei der Testamentsgestaltung verhindert ein Erbrechtsanwalt typische Fehler: unwirksame Klauseln, übersehene Pflichtteilsrisiken, Doppelbesteuerung.

Was kostet ein Anwalt für Erbrecht?

Anwaltskosten richten sich nach Streitwert (Wert des Nachlasses bzw. der streitigen Forderung). Erstberatung höchstens 190 € netto, mit Umsatzsteuer 226,10 € (Auslagenpauschale bis 20 € kann hinzukommen). Testamentsgestaltung pauschal oder nach Stundenhonorar. Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen kann auch Prozesskostenhilfe in Betracht kommen. Rechtsschutzversicherungen decken Erbrecht oft nicht ab — Konditionen prüfen.

So hilft Anwaltvergleich.de

Anwaltvergleich.de listet Fachanwälte für Erbrecht in Ihrer Region — mit Schwerpunkten wie Testamentsgestaltung, Pflichtteilsrecht, Unternehmensnachfolge oder internationales Erbrecht. Unten finden Sie aktuelle BGH-Urteile und praxisnahe Ratgeber unserer Redaktion.

Häufige Fragen zu Erbrecht

Wie schreibt man ein wirksames Testament?

Komplett handschriftlich verfasst, mit Datum und Unterschrift versehen. Klare Erbeinsetzung, gegebenenfalls Vermächtnisse und Auflagen. Bei Vermögen über 250.000 € oder Patchwork-Familien empfiehlt sich ein notarielles Testament.

Wie hoch ist der Pflichtteil?

Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils — als Geldanspruch gegen den Erben. Beispiel: Bei einem Erbteil von 50 % bekommen enterbte Kinder einen Pflichtteil von 25 % vom Nachlasswert.

Wann sollte ich die Erbschaft ausschlagen?

Wenn der Nachlass überschuldet ist oder Risiken (Bürgschaften, laufende Verfahren) bestehen. Frist: sechs Wochen nach Kenntnis vom Erbanfall, beim Notar oder Nachlassgericht. Nach Annahme oder Fristablauf ist Ausschlagung nicht mehr möglich.