Familienrecht Stuttgart

Familienrecht in Stuttgart: Anwältin oder Anwalt für Scheidung und Unterhalt

Wer in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart vor familienrechtlichen Fragen steht, trifft meist Entscheidungen, die das eigene Leben über Jahre prägen.

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Familienrecht Stuttgart
Redaktion anwaltvergleich.de 7 Min. Lesedauer Redaktionell geprüft 09.06.2026

Wer in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart vor familienrechtlichen Fragen steht, trifft meist Entscheidungen, die das eigene Leben über Jahre prägen. Ob Scheidung, Kindesunterhalg, Sorgerecht oder Zugewinnausgleich: Verfahren laufen in der Regel beim Amtsgericht Stuttgart als zuständigem Familiengericht, Beschwerden gehen an das Oberlandesgericht Stuttgart. Schon allein wegen der rund 630.305 Einwohnerinnen und Einwohner ist die Auswahl an Kanzleien groß, was die Suche nach der passenden Vertretung nicht einfacher macht.

Eine erfahrene Anwältin oder ein Anwalt für Familienrecht in Stuttgart kennt die örtlichen Spruchpraxis, die Abläufe in den Stuttgarter Stadtbezirken zwischen Bad Cannstatt, Vaihingen und Degerloch sowie die Anforderungen der Jugendämter. Auf anwaltvergleich.de lassen sich Kanzleien nach Spezialisierung im Familienrecht filtern und mit Bewertungen vergleichen. So entsteht eine Grundlage, um vor dem ersten Termin gezielt eine passende Kanzlei in Stuttgart auszuwählen – statt aus einer reinen Trefferliste raten zu müssen.

Auf einen Blick

Zuständige Gerichte
Amtsgericht Stuttgart, Oberlandesgericht Stuttgart
Wichtige Gesetze
§ 1353 BGB, § 1564 BGB, § 1569 BGB, § 1606 BGB
Kosten
Erstberatung häufig günstig · weitere Kosten nach RVG/Streitwert

Anwältin oder Anwalt für Familienrecht in Stuttgart: Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht

Das deutsche Familienrecht ist im Vierten Buch des BGB geregelt und betrifft nahezu alle Lebensbereiche einer Familie. In Stuttgart, der mit über 630.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Stadt Baden-Württembergs, werden familienrechtliche Verfahren beim Amtsgericht Stuttgart verhandelt, das eine eigene Familienabteilung führt. Streitigkeiten reichen vom Kindesunterhalt über das Umgangsrecht bis hin zur Aufteilung eines Eigenheims in Stuttgart-Möhringen oder Vaihingen.

§ 1353 BGB beschreibt die eheliche Lebensgemeinschaft als Verpflichtung der Ehegatten zueinander. Wird diese Gemeinschaft dauerhaft aufgegeben, ist nach § 1564 BGB eine Scheidung nur durch gerichtlichen Beschluss möglich. Eine Anwältin oder ein Anwalt für Familienrecht sortiert die Ansprüche zwischen Trennungs- und Scheidungsfolgesachen und vermeidet, dass Fristen versäumt werden.

Gerade in Stuttgart, wo Mieten und Immobilienpreise im baden-württembergischen Vergleich hoch sind, hat die wirtschaftliche Komponente einer Trennung besonderes Gewicht. Wer früh eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt einbindet, kann Trennungsunterhalt, Wohnungszuweisung und Hausratsteilung geordnet klären, bevor das Familiengericht entscheiden muss.

Voraussetzungen einer Scheidung in Stuttgart: Trennungsjahr und Fristen

Vor jeder Scheidung in Stuttgart steht das gesetzliche Trennungsjahr. § 1565 BGB verlangt das Scheitern der Ehe, das in der Regel erst nach einem Jahr Getrenntleben angenommen wird. Getrenntleben ist auch innerhalb der Ehewohnung möglich, etwa in einer Stuttgarter Altbauwohnung in der Innenstadt, sofern Kost, Bett und gemeinsamer Haushalt deutlich getrennt sind.

Ist das Trennungsjahr abgelaufen, reicht eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt den Scheidungsantrag beim Amtsgericht Stuttgart ein. Stimmt die andere Seite zu, wird die Ehe nach § 1566 BGB ohne weitere Prüfung des Zerrüttungsprinzips geschieden. Beschwerden gegen Beschlüsse werden vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt; hier gilt eine Frist von einem Monat ab Zustellung.

Wichtig zu wissen: Eine reine Reaktion auf den Scheidungsantrag innerhalb von drei Wochen, wie in anderen Verfahren üblich, gibt es im Scheidungsverbund nicht. Stattdessen sind Folgesachen wie Versorgungsausgleich oder Unterhalt frühzeitig in einem Schriftsatz zu benennen, damit sie im Verbund mitentschieden werden.

Tage-Rechner Berechnen Sie z. B. das Ende des Trennungsjahres oder den Ablauf einer Frist.

So finden Sie die passende Kanzlei für Familienrecht in Stuttgart

Stuttgart verteilt sich auf 23 Stadtbezirke, vom Stuttgarter Kessel über die Filder bis Zuffenhausen. Kanzleien sitzen häufig rund um den Rotebühlplatz, die Königstraße oder in der Nähe der Gerichte am Schillerplatz. Bei der Auswahl einer Familienrechtskanzlei in Stuttgart sollten Sie nicht nur den Standort, sondern vor allem die fachliche Spezialisierung berücksichtigen.

Checkliste Scheidung: Diese Unterlagen brauchen Sie

Wer die Scheidung einreicht, sollte diese Unterlagen bereithalten. Vollständige Angaben beschleunigen das Verfahren am Familiengericht.

Checkliste Erstgespräch mit der Anwältin oder dem Anwalt

Mit guter Vorbereitung holen Sie aus dem ersten Beratungsgespräch das Meiste heraus.

Checkliste Trennung: Die ersten Schritte

In der Trennungsphase sollten Sie einige Punkte frühzeitig regeln, um spätere Nachteile zu vermeiden.

Hilfreich ist eine strukturierte Vorbereitung des Erstgesprächs. Folgende Punkte sollten Sie mitbringen:

  • Heiratsurkunde sowie Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder
  • Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate beider Ehegatten
  • Übersicht über Immobilien, Konten und Versicherungen in Stuttgart und darüber hinaus
  • Schriftliche Aufstellung des Trennungsdatums und der Trennungsumstände
  • Bestehende Eheverträge oder Vereinbarungen
  • Angaben zu Renten- und Versorgungsanwartschaften für den Versorgungsausgleich
  • Notizen zu offenen Fragen rund um Wohnung, Kinder und Hausrat

Über anwaltvergleich.de können Sie Kanzleien in Stuttgart nach Bewertungen, Schwerpunkten und Lage vergleichen. So lässt sich eine Anwältin oder ein Anwalt in Stuttgart auswählen, der zum eigenen Anliegen passt. Weitere Hintergrundinformationen finden sich im Ratgeberbereich.

Unterhalt in Stuttgart: Kindes- und Ehegattenunterhalt richtig einordnen

Der Kindesunterhalt richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die auch von den Stuttgarter Familienrichterinnen und -richtern angewandt wird. Grundlage ist § 1606 BGB: Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erfüllt seine Pflicht durch Betreuung; der andere Elternteil zahlt Barunterhalt. Bei einem Nettoeinkommen von beispielsweise 3.500 Euro fällt der Unterhalt in eine höhere Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle.

Beim Ehegattenunterhalt ist zwischen Trennungsunterhalt nach § 1361 BGB und nachehelichem Unterhalt nach § 1569 BGB zu unterscheiden. Letzterer gilt nur in den im Gesetz genannten Fällen, etwa bei Betreuung kleiner Kinder, Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Stuttgart als Wirtschaftsstandort mit Automobil- und IT-Branche bietet vielen Geschiedenen reale Erwerbsmöglichkeiten, was bei der Frage der Erwerbsobliegenheit eine Rolle spielt.

Wichtige Bausteine der Unterhaltsberechnung:

  • Bereinigtes Nettoeinkommen nach Abzug berufsbedingter Aufwendungen
  • Selbstbehalt von derzeit 1.450 Euro bei Erwerbstätigen gegenüber minderjährigen Kindern
  • Anrechnung des hälftigen Kindergeldes beim Barunterhalt
  • Berücksichtigung von Mehrbedarf, etwa Kita-Gebühren in Stuttgart
  • Sonderbedarf bei unvorhersehbaren Kosten wie Klassenfahrten oder Zahnspange
  • Wohnvorteil bei mietfreiem Wohnen in einer eigenen Immobilie

Bei Streit über die Höhe entscheidet das Amtsgericht Stuttgart in seiner Funktion als Familiengericht. Eine genaue Berechnung im Vorfeld erspart oft jahrelange Auseinandersetzungen.

Sorge- und Umgangsrecht in Stuttgart: Was getrennte Eltern wissen müssen

Auch nach einer Trennung gilt nach § 1626 BGB grundsätzlich die gemeinsame elterliche Sorge weiter. Eine Übertragung der Alleinsorge nach § 1671 BGB setzt voraus, dass dies dem Kindeswohl am besten entspricht. Das Familiengericht Stuttgart arbeitet dabei eng mit dem Jugendamt der Landeshauptstadt zusammen, das im Rathaus am Marktplatz angesiedelt ist und in jedem familiengerichtlichen Verfahren angehört wird.

Das Umgangsrecht nach § 1684 BGB sichert dem Kind den Kontakt zu beiden Elternteilen. In Stuttgart sind sowohl Wechselmodelle als auch das klassische Residenzmodell verbreitet. Bei Konflikten kommen die in Baden-Württemberg gut ausgebauten Beratungsstellen für Familien zum Einsatz, ergänzend zur anwaltlichen Begleitung.

Eltern sollten bedenken, dass Vereinbarungen über Sorge und Umgang gerichtlich gebilligt werden können und damit vollstreckbar werden. Eine familienrechtlich erfahrene Anwältin oder ein Anwalt in Stuttgart kann hier auf nachhaltige, kindgerechte Lösungen hinwirken, statt nur kurzfristige Positionen durchzusetzen.

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Zugewinn- und Versorgungsausgleich bei einer Scheidung in Stuttgart

Wer ohne Ehevertrag heiratet, lebt automatisch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei der Scheidung wird der Zugewinnausgleich nach §§ 1372 ff. BGB durchgeführt. Maßgeblich ist die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten. Gerade in Stuttgart, wo Immobilienwerte zwischen Killesberg, Sillenbuch oder Bad Cannstatt stark variieren, lohnt sich eine sorgfältige Bewertung durch Sachverständige.

Der Versorgungsausgleich teilt die in der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften und ist im Versorgungsausgleichsgesetz geregelt. Er wird von Amts wegen durchgeführt, sofern die Ehe länger als drei Jahre gedauert hat. Bei kürzerer Ehedauer erfolgt der Ausgleich nur auf Antrag. Die Auskünfte der Versorgungsträger werden vom Amtsgericht Stuttgart eingeholt und im Scheidungsverbund entschieden.

Eheverträge und notarielle Scheidungsfolgenvereinbarungen können einzelne Punkte modifizieren oder ausschließen, müssen aber einer richterlichen Inhaltskontrolle standhalten. Wer in Stuttgart eine größere Immobilie, ein Unternehmen oder erhebliche Versorgungsanwartschaften besitzt, sollte vor Abschluss eines Ehevertrags rechtlichen Rat einholen.

Hinweis: anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung. Die Plattform unterstützt Sie ausschließlich bei der Suche und beim Vergleich von Anwältinnen und Anwälten. Eine verbindliche Einschätzung Ihres Falls kann nur eine zugelassene Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt nach Prüfung der Unterlagen geben.

Häufige Fragen

Redaktionell geprüft 09.06.2026

Der Kindesunterhalt richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die auch das Amtsgericht Stuttgart als Familiengericht anwendet. Maßgeblich sind das bereinigte Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils und das Alter des Kindes. Vom Tabellenbetrag wird das hälftige Kindergeld bei minderjährigen Kindern abgezogen. Der Selbstbehalt von derzeit 1.450 Euro bleibt dem Unterhaltspflichtigen erhalten. Sonderbedarf, etwa kieferorthopädische Behandlungen, kann zusätzlich verlangt werden. § 1606 BGB stellt klar, dass Betreuung und Barunterhalt gleichwertig sind.

Nach § 1626 BGB bleibt die gemeinsame elterliche Sorge auch nach einer Trennung in Stuttgart grundsätzlich bestehen. Die Eltern entscheiden weiterhin gemeinsam über wesentliche Angelegenheiten wie Schulwahl oder größere medizinische Eingriffe. Die Alleinsorge wird nach § 1671 BGB nur auf Antrag übertragen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Das Amtsgericht Stuttgart bezieht hierbei das städtische Jugendamt ein. Im Alltag entscheidet der Elternteil, bei dem das Kind lebt, eigenständig über Routinefragen wie Ernährung oder Freizeitgestaltung.

Der Versorgungsausgleich teilt die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften zwischen den Ehegatten. Er wird vom Amtsgericht Stuttgart von Amts wegen durchgeführt, wenn die Ehe länger als drei Jahre gedauert hat. Bei kürzerer Ehedauer nur auf Antrag. Ausgeglichen werden Anwartschaften aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge. Ein vollständiger Ausschluss ist nur durch notariellen Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung möglich und unterliegt der richterlichen Inhaltskontrolle nach den Maßstäben des Bundesgerichtshofs.

Ohne Ehevertrag leben Ehegatten in Zugewinngemeinschaft. Bei der Scheidung wird nach §§ 1372 ff. BGB verglichen, welchen Vermögenszuwachs jeder Ehegatte während der Ehe erzielt hat. Wer mehr Zugewinn hat, schuldet dem anderen die Hälfte der Differenz als Geldforderung. In Stuttgart spielen Immobilienwerte, etwa in begehrten Lagen wie Degerloch oder Bad Cannstatt, oft eine zentrale Rolle. Anfangs- und Endvermögen sind genau zu dokumentieren. Schulden werden bis zum Wert null und seit 2009 auch darüber hinaus berücksichtigt.

Eine Scheidung ohne Trennungsjahr setzt nach § 1565 Absatz 2 BGB voraus, dass die Fortsetzung der Ehe für die antragstellende Person eine unzumutbare Härte darstellt. Die Gründe müssen in der Person der anderen Seite liegen, etwa bei schwerer häuslicher Gewalt, Stalking oder massiven Drohungen. Das Amtsgericht Stuttgart stellt hohe Anforderungen an den Nachweis, etwa durch ärztliche Atteste oder polizeiliche Anzeigen. Reine Zerrüttung oder eine neue Partnerschaft des anderen Ehegatten genügen für einen Härtefall nicht.

Ein Ehevertrag regelt güterrechtliche Fragen, Versorgungsausgleich und nachehelichen Unterhalt individuell. Er ist nach § 1410 BGB notariell zu beurkunden. Sinnvoll ist er besonders dann, wenn ein Ehegatte ein Unternehmen führt, eine Immobilie in Stuttgart besitzt oder große Vermögensunterschiede bestehen. Auch bei Auslandsbezug oder zweiter Ehe schafft er Klarheit. Wichtig ist eine ausgewogene Gestaltung: Einseitig belastende Verträge halten der Inhaltskontrolle der Gerichte, einschließlich des Oberlandesgerichts Stuttgart, häufig nicht stand und werden teilweise oder vollständig unwirksam.

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