Anwältin oder Anwalt für Familienrecht in Dortmund: Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht
Das Familienrecht berührt nahezu jede Lebensphase: Eheschließung, Geburt von Kindern, Trennung, Scheidung oder Erbfragen. In einer Stadt wie Dortmund, die mit über 588.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den zehn größten Städten Deutschlands zählt, werden am Amtsgericht Dortmund jährlich tausende familiengerichtliche Verfahren geführt. Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Familienrecht verfügt nach der Fachanwaltsordnung über besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrung in diesem Rechtsgebiet.
Häufige Mandate in Dortmund betreffen die Scheidung nach § 1564 BGB, den nachehelichen Unterhalt nach § 1569 BGB, den Kindesunterhalt nach § 1606 BGB sowie die elterliche Sorge nach § 1626 BGB. Gerade im Ruhrgebiet, in dem viele Familien mit unterschiedlichen Einkommensverhältnissen leben, spielt die korrekte Berechnung von Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle eine zentrale Rolle. Die Düsseldorfer Tabelle wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten – darunter dem für Dortmund zuständigen Oberlandesgericht Hamm – herausgegeben.
Die Aufgaben einer Anwältin oder eines Anwalts reichen von der ersten Beratung über die Korrespondenz mit der Gegenseite bis zur Vertretung im Termin. Bei strittigen Fragen zum Umgangsrecht oder bei einer Gefährdung des Kindeswohls nach § 1666 BGB kann das Familiengericht das Jugendamt Dortmund einbeziehen.
- Beratung zur einvernehmlichen oder streitigen Scheidung
- Berechnung von Trennungs-, Ehegatten- und Kindesunterhalt
- Regelung der elterlichen Sorge und des Umgangsrechts
- Vermögensauseinandersetzung und Zugewinnausgleich
- Versorgungsausgleich vor dem Amtsgericht Dortmund
- Gestaltung von Ehe- und Trennungsverträgen
- Verfahren bei häuslicher Gewalt nach dem Gewaltschutzgesetz
Voraussetzungen einer Scheidung in Dortmund: Trennungsjahr und Fristen
Eine Ehe kann in Dortmund nur durch richterliches Urteil des Amtsgerichts Dortmund – Abteilung für Familiensachen geschieden werden. § 1565 BGB verlangt, dass die Ehe gescheitert ist. Vermutet wird das Scheitern, wenn die Eheleute seit einem Jahr getrennt leben und beide die Scheidung wollen oder die Antragsgegnerin oder der Antragsgegner zustimmt. Das Trennungsjahr ist damit faktische Voraussetzung jeder Scheidung in Dortmund.
Die Trennung kann auch innerhalb der gemeinsamen Wohnung erfolgen, sofern die häusliche Gemeinschaft erkennbar aufgehoben ist – also getrennte Schlafzimmer, keine gemeinsame Haushaltsführung. Lebt das Paar bereits seit drei Jahren getrennt, gilt die Ehe nach § 1566 Abs. 2 BGB unwiderleglich als gescheitert, auch ohne Zustimmung des anderen Teils.
Mit Zustellung des Scheidungsantrags durch das Amtsgericht Dortmund beginnen wichtige Fristen zu laufen. So endet etwa der Zugewinnausgleichszeitraum mit Rechtshängigkeit. Für Rechtsmittel gegen Beschlüsse des Familiengerichts gilt eine Frist von einem Monat (§ 63 FamFG); zum Oberlandesgericht Hamm sind die Beschwerden zu richten.
Mit einem Tageszähler lässt sich der Ablauf des Trennungsjahres exakt ermitteln – wichtig, weil das Familiengericht in Dortmund den Beginn der Trennung im Termin abfragt.
Checkliste Scheidung: Diese Unterlagen brauchen Sie
Wer die Scheidung einreicht, sollte diese Unterlagen bereithalten. Vollständige Angaben beschleunigen das Verfahren am Familiengericht.
Checkliste Erstgespräch mit der Anwältin oder dem Anwalt
Mit guter Vorbereitung holen Sie aus dem ersten Beratungsgespräch das Meiste heraus.
Checkliste Trennung: Die ersten Schritte
In der Trennungsphase sollten Sie einige Punkte frühzeitig regeln, um spätere Nachteile zu vermeiden.
So finden Sie die passende Kanzlei für Familienrecht in Dortmund
Die Wahl der Kanzlei ist Vertrauenssache. In Dortmund sind zahlreiche Kanzleien auf Familienrecht spezialisiert, viele davon in der Innenstadt rund um den Ostwall und die Kaiserstraße, andere in Stadtteilen wie Hombruch oder Brackel. Achten Sie auf die Bezeichnung Fachanwältin oder Fachanwalt für Familienrecht, denn diese setzt nach § 5 FAO 120 nachgewiesene Fälle und eine theoretische Ausbildung voraus.
Über anwaltvergleich.de können Sie eine Kanzlei in Dortmund nach Schwerpunkt, Stadtteil und Bewertungen vergleichen. So lässt sich vorab prüfen, ob die Kanzlei beispielsweise auf internationale Scheidungen mit Bezug zur türkischen, polnischen oder italienischen Community Dortmunds spezialisiert ist – ein in der Praxis häufig relevantes Thema.
- Schwerpunkt eindeutig im Familienrecht, idealerweise mit Fachanwaltstitel
- Erfahrung mit Verfahren vor dem Amtsgericht Dortmund
- Erreichbarkeit der Kanzlei – auch per Videoberatung
- Klare Information über Kosten und Vergütungsvereinbarung
- Bewertungen früherer Mandantinnen und Mandanten
- Verständliche Kommunikation in der Erstberatung
Unser Ratgeber erläutert zudem, welche Unterlagen Sie zum Erstgespräch mitbringen sollten: Heiratsurkunde, Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder, Einkommensnachweise und – falls vorhanden – Ehevertrag.
Zugewinn- und Versorgungsausgleich bei einer Scheidung in Dortmund
Leben die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wird im Scheidungsverfahren auf Antrag der Zugewinnausgleich nach §§ 1372 ff. BGB durchgeführt. Verglichen wird das Anfangsvermögen mit dem Endvermögen beider Eheleute; die Differenz wird hälftig ausgeglichen. Gerade in Dortmund mit seinen vielen Eigenheimen in Stadtteilen wie Hörde, Aplerbeck oder Wickede führt das regelmäßig zu komplexen Bewertungsfragen rund um Immobilien.
Der Versorgungsausgleich nach dem VersAusglG wird vom Amtsgericht Dortmund von Amts wegen durchgeführt, sofern die Ehe länger als drei Jahre bestand (§ 3 Abs. 3 VersAusglG). Dabei werden die während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften – etwa bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen mit Sitz in Münster – zwischen beiden Eheleuten geteilt. Für Beschäftigte großer Dortmunder Arbeitgeber wie der Stadt Dortmund, der Sparkasse oder klinischer Einrichtungen sind häufig auch betriebliche Versorgungen einzubeziehen.
Auf den Versorgungsausgleich kann durch notariellen Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung verzichtet werden, sofern dies nicht zu einer unzumutbaren Lastenverteilung führt. Das Gericht prüft die Wirksamkeit eines solchen Verzichts.
Ehevertrag in Dortmund: Wann sich eine Regelung lohnt
Ein Ehevertrag ist nicht nur etwas für Vermögende. Auch Selbstständige, Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Dortmunder Mittelstand – etwa rund um den Technologiepark an der TU Dortmund – sollten überlegen, ob eine vertragliche Regelung sinnvoll ist. Möglich sind unter anderem die Vereinbarung der Gütertrennung, die Modifikation des Zugewinnausgleichs oder Regelungen zum nachehelichen Unterhalt nach § 1585c BGB.
Verträge dieser Art bedürfen zwingend der notariellen Beurkundung (§ 1410 BGB). In Dortmund stehen zahlreiche Notariate zur Verfügung, viele davon im Bereich Westenhellweg und Hansaplatz. Eine begleitende anwaltliche Beratung ist sinnvoll, da der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung sittenwidrige Eheverträge für unwirksam erklärt, wenn sie eine Ehegattin oder einen Ehegatten einseitig stark belasten.
Auch eine Scheidungsfolgenvereinbarung, die erst nach der Trennung geschlossen wird, kann Streit am Amtsgericht Dortmund vermeiden und das Verfahren verkürzen.
Kosten und Verfahrenskostenhilfe im Familienrecht in Dortmund
Die Kosten eines Scheidungsverfahrens richten sich nach dem Verfahrenswert, der gemäß § 43 FamGKG aus den Nettoeinkommen beider Eheleute (dreifaches Monatsnettoeinkommen) und dem Vermögen gebildet wird. Hinzu kommen Werte für Folgesachen wie den Versorgungsausgleich. Auf dieser Grundlage errechnen sich Gerichtskosten nach dem FamGKG und Anwaltsgebühren nach dem RVG.
Wer die Kosten nicht aufbringen kann, hat in Dortmund Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe nach §§ 76 ff. FamFG i. V. m. §§ 114 ff. ZPO. Maßgeblich sind das einzusetzende Einkommen und Vermögen. Den Antrag stellt die Anwältin oder der Anwalt zusammen mit dem Scheidungsantrag beim Amtsgericht Dortmund; beizufügen ist die Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse.
Bei einvernehmlicher Scheidung lassen sich Kosten reduzieren, weil nur eine Anwältin oder ein Anwalt beauftragt werden muss – diese oder dieser vertritt jedoch nur eine Seite; der andere Teil stimmt der Scheidung lediglich zu, ohne anwaltlich vertreten zu sein.
Hinweis: anwaltvergleich.de ist keine Kanzlei und bietet keine Rechtsberatung. Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt in Dortmund.